DCS05366_2-254Was macht man an einem verregneten Wintertag, an dem man nicht draußen ist und mit Freunden über die Trails jagt? Genau, man sitzt im warmen Wohnzimmer und fängt an Reiseartikel zu lesen, nach Fahrrädern oder Teilen zu schauen und peu à peu entsteht die Idee ein neues Rad aufzubauen.

Was will Frau?

Das Neue… Es sollte besser sein. Es sollte leichter sein. Es sollte zu mir passen, also bergauf und bergab gut fahrbar. Es sollte optisch gefallen. Es sollte aber auch nicht zu viel kosten. Aaaaaah, gibt es sowas überhaupt? Eine preisgünstige eierlegende Wollmichsau?! Was suche ich eigentlich? Angekommen im Dilemma begann ich Pro und Contra abzuwägen.

Und so erging es mir….

In unserer schnelllebigen Zeit verändern sich die Dinge so rasant, dass du heut ein Produkt kaufst, um festzustellen, dass es morgen schon längst überholt ist. So entschied ich mich 2013 nach sehr sehr laaaaangem Überlegen für eine Fanes AM von Alutech. Der Allrounder! Dieses Rad ist seit jeher mein treuer Begleiter und hat mir viele Möglichkeiten zur fahrerischen Entwicklung gegeben. Klar das Rad kann nach wie vor mehr als ich, doch irgendwie ist etwas Neues immer verlockend! Im selben Jahr wurde die 650b-Ära in die Köpfe der Fahrer geschleust und mein kleines Rad war quasi von vorvorvorgestern. (Wo der aktuelle Trend mit Fat, Semifat und unüberschaubar vielen „Standards“ hingeht, ist unabsehbar…) Ist mein Rad, denn wirklich schon emotional so verschlissen? Nach langem hin und her, entschied ich mich mein Rad zu behalten. Ja, ich mag es. Doch zugleich stand für mich fest, es sollte etwas anderes, etwas neues her.

In unzähligen Foren begann ich zu stöbern und beschloss nach einer Bilderflut von individuell verschönerten Bikes meinem Black Beauty mehr Farbe zu verleihen. Ich sagte mir immer wieder: „Bunt ist das neue schwarz!“. Gut, die Entscheidung war gefallen. Irgendwas mit Farbe sollte es sein. Im Trendzeitalter der NEON-Farben tun einem manchmal die Augen weh und man fragt sich, wer denkt sich diese Farbkonzepte aus?! Auf der anderen Seite gibt es ein unglaublich reichhaltiges Angebot an farbigen Rahmen, Anbauteilen und dementsprechend schier unendlich vielen Kombinationsmöglichkeiten.

Das sind die Möglichkeiten

PULVERBESCHICHTUNG

Vielfältig! Die wohl vielfältigste Möglichkeit seinen Rahmen nach Lust und Laune zu verändern. Bei dieser Methode wird ein farbiges Kunststoffpulver auf den Rahmen oder andere Anbauteile aufgesprüht. Danach wird der Rahmen wärmebehandelt, um eine haltbare Schicht zu erhalten. Der Materialauftrag macht sich je nach Schichtdicke und Rahmengröße mit bis zu 300 g mehr auf der Waage bemerkbar.

NASSLACK

Grenzenlos kreativ! Nasslack kann auf sämtlichen Materialien wie Holz, Glas, Metall etc. mit und ohne Anwendung von Elektrostatik aufgebracht werden. Ebenso können Mehrschichtige Farben aber auch sehr dünne Varianten realisiert werden. Jedoch ist er etwas aus der Mode gekommen, da er gegenüber Steinschlägen oder anderen Einwirkungen sehr empfindlich ist und schnell abblättert.

Besonderheit: Lasurlack

Dies ist eine Kombination aus Pulverbeschichtung und Nasslack. In der Vergangenheit und auch im eigenen Umfeld hat sich dieser als empfindlich hinsichtlich Rissen durch Verwindung des Rahmens beim Fahren herausgestellt. Nach einigen Ausfahrten sieht der Lack an exponierten Stellen wie eine kleine Mosaiklandschaft aus. Schade eigentlich, denn die Optik ist im ersten Eindruck wirklich chic.

ELOXAL

Widerstandsfähig und schlicht! Bei diesem Verfahren wird Aluminium anodisiert (chemische Veränderung der Oberfläche) und dabei Farbe eingelagert. Die Oberfläche wird dabei etwas „unebener“, sodass sich unpolierte Rahmen nach der Behandlung deutlich rauer anfühlen und den Dreck förmlich anziehen (so erging es mir bisher). Es gibt ca. 30 verschiedene Farben zur Auswahl wobei der genaue Farbton maßgeblich von der Zusammensetzung des Aluminiums anhängig ist.

RAW

Natürlich schön! Aluminium in seiner unbehandelten und reinen Form. Der Rahmen wird hierfür gebeizt, poliert oder gebürstet und kann so verschiedene Oberflächenmaserungen erhalten. Ein unbehandelter Rahmen ist anfällig für Korrosion und erfordert Pflege. Aus diesem Grund wird empfohlen, den Rahmen zu wachsen oder mit einem Klarlack zu versehen.

 

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Eine Pulverbeschichtung kam für mich persönlich irgendwie nicht in Frage, da ich die Vorzüge sowie die zeitlose Optik von Eloxal schöner finde. So begann ich verschiedene Firmen, die Fahrrad-Rahmen eloxieren, anzuschreiben. Doch die Kommunikation ließ zu wünschen übrig. Schade eigentlich! Hm, und was nun?

Die dritte Variante war RAW, Alu in seiner ursprünglichen Form. Ich fand im Forum bei MTB-News einen User der mir anbot mich bei meinem Vorhaben zu unterstützen. Der zuvor gereinigte Rahmen wurde gebeizt und anschließend in Handarbeit poliert sowie imprägniert, um ihn weniger pflegeanfällig zu machen. Einen großen Dank nochmal an dieser Stelle!

Im Zuge dessen habe ich den Antrieb auf 1 x 11 umgebaut. Dank des Ritzelrechners habe ich eine ähnliche Übersetzung wie bisher gefunden. Ich bin gespannt wie gut oder schlecht ich damit zurechtkommen werde. Eins ist jedenfalls klar: ca. 500 g Gewicht konnten gespart werden.

Mein Fazit

Das Endergebnis gefällt mir unglaublich gut und das „alte“ Radl sieht aus wie neu. Ich bin froh den Schritt gewagt zu haben. Es ist wie Liebe auf den zweiten Blick und nun kann der Frühling endlich kommen! Probiert es aus, denn schon kleine Veränderungen an eurem Rad bewirken manchmal Wunder 🙂

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