girlsridetoo_susanne_albMein Montainbikerinnendasein ist sehr schlicht. Nix mit Oman oder Norwegen, Dolomiten oder Kanada. Competition: Fehlanzeige. Bei mir gibt’s Günztal statt A-Line, Fichtennadeln statt Felsen, und im Herbst Nebel statt Fernblick. Gelegentliche Park-Ausflüge und Touren auf der schwäbischen Alb würzen das Ganze. Mit Glück reichen die Wochenenden für Bayrischen Wald oder bayrische Alpen. Ich erlebe meistens nichts, was einem den Mund offen stehen lässt oder medienwirksam wäre. Nein. Hübsch, schee (bayrisch für sehr hübsch), oder bestenfalls cool, das sind die Attribute zu meinen Bike-Ausfahrten. Ich freu mich über spielende Eichhörnchen am Weg, über den Ruf des Schwarzspechts, über die 2 Raben die mich gelegentlich beobachten. Ich kenne jeden Wildwechsel, vor allem wenn er am Hang abwärts verläuft. Einen Dank an Fuchs und Reh. Meine heimatlichen Hügel sind sowas von null befahren von anderen Mountainbikern, dass ich es mir definitiv leisten kann quer durch den Wald zu bolzen: real Fichtenslalom. Und niemand pflaumt mich an. Auch nicht der Jäger. Der will lieber einen Fahrtechnikkurs hat er gesagt, weil er auch Mountainbike fährt.

Mein Training, wenn man das so nennen will, folgt keinem dezidiert ausgearbeiteten Plan, ich mische selbst. Wie bei diesem Müsliladen Haferflocken, Nüsse und Trockenobst etc. kombiniere ich Grundlage, Kraft-Ausdauer, auch mal Intervalle, Joggen, Yoga. Wie es mich anwandelt oder sinnvoll erscheint. Dann hebt sich mein Selbstwertgefühl und meine Haxen arbeiten wie ein gut gepflegter Diesel-Laster. Ein Ferrari wird daraus nie, brauch ich auch nicht. Aus der Phase, genau das anzustreben bin ich raus. Golden Girls Ride too. Ganz gechillt.

Was will ich also dann vom Mountainbiken, so ohne Race und Leistungsgedanke? Gelegentlich frag ich mich das. Dann zieh ich mich zum Biken an, pack mein Radl und wir ziehen in die Wälder und Hügel: es riecht gut draußen, mir wird warm, all die bekannten Bäume stehen am Wegrand, das Flüsschen plätschert dahin, ein Hase springt davon… Dann ist der Alltag vergessen, ich entdecke eine Stelle im Wald wo man ganz wunderbar was optimieren könnte, ich schmiede also Pläne, treib mich herum, da runter, da rauf und noch ganz hintenrum weil da ists auch so schön – und schon ist das eine ums andere Stündchen dahin, die Klamotten verschlammt wie das Bike, wie das Gesicht. (Nein, ich hab mich nicht gesuhlt!) So muss das sein. Und dann bin ich entspannt, war im Grünen, hab Lunge und den Kopf gelüftet, mich einfach gut gefühlt: Das kann ich brauchen. DAS will ich. Jetzt weiß ich‘s wieder.

girlsridetoo_susanne_tiergarten

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