Auch wenn uns derzeit die Schneemassen eher auf die Piste denn auf die Biketrails locken – in unserem Herzem bleiben wir auch im Winter unserem Lieblingssport treu und so planen wir in Gedanken bereits die nächsten Biketrips in der Frühlingssonne. Ein heißer Tipp für einen lohnenswerten Ausflug – vielleicht noch nicht unbedingt im Frühling, mit Sicherheit aber dann im Sommer – ist die Region rund um Innsbruck, die nicht nur für die Downhill-Fraktion, sondern auch für Tourenbiker Wunderbares zu bieten hat. Einer, der den Biketourismus dort besonders vorantreiben und Bikern in seinem schönen kleinen Hotel alle Anehnmlichkeiten bieten möchte, ist Bernhard Fritz – Junior-Chef des 4 Sterne Hotel Seppl in Mutters, ein kleines Stück südlich von Innsbruck.

hotel-sepplVergangenen Sommer hatte uns ebendieser zu einer kleinen Erkundungsstour eingeladen. Das Familienhotel wie auch der Tourismusverband Innsbruck mit seinen Feriendörfer möchte im Sommer vermehrt auf das Biken setzten und ist aktuell verstärkt daran seine Bike-Infrastruktur weiter auszubauen um uns Bikern eine schmackhafte Bike-Region zu bieten. So auch der neue Muttereralmpark , welcher derzeit mit dem Singletrail „Mutters“, dem Neubau des „Götzner“ Trails und einem Bikeübungsgelände plus Kidspark zu einem echten Bikepark ausgebaut wird. Dabei werden die Seilbahnen wie auch das schon vorhandene Trailnetz mit eingebunden.

grt_innsbruck_hotel-seppl-08Die Einladung nutzten wir doch direkt für ein kleines Teamtreffen.  Und so kamen immerhin Steffi R., Diana, Conny, Jule und Tamara, aus Salzburg, Nürnberg, Stuttgart, vom Tegernsee und Bodensee vergangenen August zusammen, um uns vor Ort ein Bild vom Bikehotel Seppl und dem Muttereralmpark zu machen. Für die beiden Tage stand uns außerdem noch der Guide – wer könnte das wohl besser machen? –  Ihaaa- Appi, Markus Apperle zur Seite. Ein Naturbursche mit besten Ortskenntnissen, hohem Unterhaltungsfaktor und Modelqualitäten 😉

Auf Bike-Tour rund um die Mutterer Alm

Gleich nach unsere Ankunft am Samstag (oder sagen wir, gleich nachdem wir uns begrüßt- gequatscht – umgezogen – angezogen – eingepackt – gequatscht- aufgepumpt – Reifen gewechselt – aufgesattelt hatten ;-)), starteten wir auch „sofort“ zur lustigen Ausfahrt.
Rauf ging es entspannt mit der Gondel auf die Muttereralm. Unser Guide war motiviert und wir folgten ihm. An diesem Nachmittag war alles dabei: Wurzeln tendenziell bergauf, sensationelle Aussichten, der beste Kaiserschmarrn auf der Welt und auch ne mega Megaabfahrt mit Spitzkehrentraining inklusive. Glücklich kehrten wir am späten Nachmittag zum Hotel Seppl zurück.

Nach dem Einchecken in unsere Zimmer überraschte uns zuerst einmal  ein sensationeller Ausblick auf Innsbruck und die umliegenden Berge (Wow. Wunderschön.), bevor wir die weiteren Annehmlichkeiten unseres freundlichen Gastgebers erforschten – und schnell fündig wurden. Denn zum Hotel Seppl gehört auch ein großzügig ausgebauter Spa-Bereich, der keine Wünsche offen lässt. Der große Pool- und tolle Außenbereich wurde von uns ausgiebig getestet und für super! erklärt. (Insgeheim fand der erste internationale GIRLSRIDETOO.DE-Arschbombenkontest an diesem Abend statt.) So kamen wir fast zu spät zum 5-Gänge-Abendmenü – wo unsere eher wasserscheue, dafür umso hungrigere Jule schon sehnsüchtig auf unser Eintreffen wartete – der Kaiserschmarrn war einfach zu schnell im Trailfeuer verrauscht…
Aufs Beste gesättigt, zufrieden und neugierig auf den morgigen Tag sanken wir schließlich relativ früh in die gemütlichen Betten, genossen noch einen letzten Blick durch die Panoramafenster und träumten von tollen Singletrails, blühenden Sommerwiesen und Tiroler Köstlichkeiten.

Der nächste Morgen. Sonnenschein, Glück allein! Die Berge rufen und ebenso unser Guide, der sich bestens gelaunt zu unserem Sektfrühstück gesellt und meint, er hätte heute ein ganz besonderes Tour-Schmankerl für uns. Hurra! Hurra? Ein wenig argwöhnisch lauschen wir seinem Plan, in dem neben zahlreichen anderen Adjektiven auch verdächtig oft das Wort „steil“ auftaucht. Bergauf, versteht sich – so gut haben wir Appi gestern bereits kennengelernt. Doch wer meutert gegen ein Feuerwerk an Motivation? So schlagen wir wenigstens zum „Einrollen“ (bergab versteht sich) eine Testfahrt auf der „einfachen und familientauglichen Downhill-Strecke“ raus, die als künstlich angelegte Abfahrt von der Muttereralm Berg- hinab zur Talstation führt und einer der Hauptgründe für unseren Besuch hier vor Ort war. Allein die Bezeichnung entlockt uns ein leichtes Stirnrunzeln – können wir uns doch schwerlich etwas unter einer „familientauglichen Downhill-Strecke“ vorstellen – das sich bei den ersten Blicken hinab aus der Gondel nur verstärkt. Unter den Stollen macht das Ding durchaus Spaß, Stufen, Wurzelteppiche und auch die ein oder andere „Holz-Überfahrung“ fordern aber doch Konzentration und wenigstens ein Mittelmaß an Fahrtechnik. Auch wenn wir hören, dass die Abfahrt mit Kindern durchaus machbar ist und dabei sogar den einen oder anderen Jauchzer hervorlockt, finden wir die Bezeichnung doch ein wenig irreführend, wenn wir ehrlich sind.

In den Genuss des neuen „mittelschweren“ Götzner Trails, dessen Eröffnung eigentlich für Juli angekündigt war,  kommen wir dagegen leider nicht: Außer ein paar Anlieger-Kehren und vielen Baumaschinen ist hier zum Zeitpunkt unseres Besuchs leider noch wenig zu sehen. (Wobei das ein paar Menschen nicht davon abgehalten hat ein Fotoshooting genau vor unserer Nase zu veranstalten. Wir staunten nicht schlecht, als wir neugierig zwischen den vielen Personen durchschauten und einen Star entdeckten. Hier soll heute ein Foto für das 2017 geplante Crankworx-Festival in Innsbruck ( 21.-25.Juni 2017 ) gemacht werden. Marcelo Gutierrez fuhr immer wieder mit seinem Bike und wahnsinnig viel Style um die Anliegerkurven für ein perfektes Pic. Nachdem der  charmante Columbianer bei gefühlten 28 Grad ganz schön ins Schwitzen kam, ergriffen wir unsere Chance für ein kleines privates „Fotoshooting“ mit uns Mädels. Dabei hätten wir ihm schon beim gestrigen Arschbombenkontest in unsere Jury nehmen können, denn er ist ebenfalls im Seppl untergebracht.)

Doch Appi drängt weiter – wir haben noch viel vor am heutigen Tag. Wir treten ums Eck: und da liegt sie vor uns, die erste Herausforderung des Tages: eine Skipiste mit ein paar verstreuten Wanderern, die sich fragen, was in aller Welt dieser verrückte Haufen da wohl vorhat???

Ganz ganz oben eine winzig kleine Hütte am Gipfelhorizont – unser 1. Etappenziel. Allein vom Hinaufschauen schwitzten wir. Gibt’s hier keinen Lift? Mehr oder weniger beglückt treten wir an, um uns Milimeter für Milimeter hinaufzuschrauben. Hui, was eine Quälerei. Unser Guide versucht, mit Gute-Laune-Musik und männlichem Muskelsupport die Stimmung vorm Kippen zu bewahren und fast, fast wäre es ihm gelungen –  wären da nicht die nächsten 1,2, 3 ähnlich steilen Schiebestücke gewesen …
Doch wie lange es auch immer dauern mag, wie groß der Hunger, die zwischen den Zähnen hervorgepressten Flüche und Verwünschungen – irgendwann ist man oben. Und wieder entwischt uns ein Wow! Rund um uns herum reihen sich Gipfel an Gipfel, Steilwände, grüne Wiesen. Und Lifte!!! die eifrige Wanderer hinaufschaufeln, nur Biker leider nicht….. Ein wenig Stolz sind wir ja schon auf das, was wir da gerade (mehr oder weniger freiwillig ;-)) mit eigener Muskelkraft gemeistert haben – und auch die Wanderer um uns herum können kaum glauben, dass da kein „E“ an unseren Bikes steckt.
Doch jetzt sind wir hungrig. Trailhungrig. Hüttenhungrig, und wir peilen unser gestriges Ziel, die wunderbare Pfarrach-Alm erneut an – verspricht Appi doch den Lohn aller Mühen auf dem Weg dorthin. Und wirklich wartet ein schöner, wenn auch durchaus anspruchsvoller, rutschiger, hochalpiner und zum Teil auch recht schmal am Hang entlang führende Steig auf uns. Das Bike noch ein allerletztes Mal auf den Schultern marschieren wir los, hoch und immer höher. Dann gibt’s erstmal eine Rast. Mit Energierriegeln aus der „Biker-Bar“ vom Hotel Seppl genießen wir den Ausblick auf die Tiroler Dolomiten. Was für ein traumhafter Tag. Es ist so schön auf der Welt zu sein!
Dann geht’s mit höchster Konzentration leider viel zu schnell wieder hinab. Nachdem alle heil die rutschigen Schotterspitzkehren gemeistert haben, führt uns ein sehr schmaler Pfad am Hang entlang – direkt über den Pfarrach-Steig zur Pfarrach-Alm und zu den besten Knödeln im Alpenraum und natürlich zum weltleckersten Kaiserschmarrn. Kulinarisch ist das eins der besten Wochenenden, die wir je hatten.

Für unsere letzte Abfahrt hat sich unser Guide ebenfalls ein Schmankerl überlegt. Nach ein paar Kurven auf der Almzufahrtsstraße biegen wir in einen coolen und technisch anspruchsvollen Trail ab. Appi staunt nicht schlecht, dass wir ihm dicht auf den Fersen sind. Seine oft überwiegend männlichen Kunden „kommen da nicht so schnell runter“ Tja Appi „GRT“ steht ja auch für girls ride too ;-). Der Trail spuckt uns auf einer wunderschön kitschigen Blumenwiese aus, bei der wir unsere Schoner ausziehen und uns für den bevorstehenden Uphill einstimmen: Tamara fand beim Verräumen ihrer Schoner zwei Seifenblasen-Maker im Prinzessinnen Look in ihrem Rucksack und schon verwandelten wir die Wiese in ein Bubblemeer. Appi’s Blick dabei – unbezahlbar! Das bieten ihm seine männlichen Kunden ebenfalls nicht.

Im Seppl angekommen gab’s dann noch einen Abschluss-Kaffee-Klatsch mit Appi. Es gesellte sich sogar der Marcello nochmal zu uns, der gerade vom Fotoshooting kam  und erzählte von seinen Reisen und dem Bikezirkus. Dann mussten wir uns schon wieder verabschieden und fuhren nach einem perfekten Bike-Wochenende in einem perfekten Bike-Hotel in unsere Richtungen nach  Salzburg, Nürnberg, Stuttgart, Tegernsee und Bodensee.

Wir werden ganz sicher wiederkommen ins schöne Hotel Seppl. Dort öffnet auch ganz bald die erste SNOW BIKE SCHOOL (www.appi.at/trainingcenter/). Und somit wird aus unserem Sommerbike-Tipp ganz schnell auch ein Winter-(Bike)-Tipp 😉

Mehr Infos unter:

Biken rund um Innsbruck – ein Bilderbuch:

(Fotos: privat)

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