Kürzlich war ich auf der „Downmall“ im Blautalcenter in Ulm. Downmall ist ein MTB und BMX-Contest, wo Menschen auf Fahrrädern drinnen im Einkaufszentrum Treppen runterfahren und über Rampen springen und Tricks raushauen. Die Fahrstrecke ist mit Absperrgittern abgesichert. Das Publikum besteht aus so einigen Actionsport-Fans und Bikern aus der Region die da hingehen weil halt mal was los ist mit Bikes. Der große Rest der Zuschauer sind Leute, die noch nie was mit Radsport am Hut hatten, aber zugucken weil beim Einkaufen plötzlich so ne Action läuft. Ich war dort weil ich ein paar Freunde treffen wollte. Und weil eben mal was geboten war was es sonst nicht gibt, und was mit Biken zu tun hat.

Es war schon sehenswert – gute Tricks aus nächster Nähe angucken können ist einfach geil. Allerdings kann ich nicht insgesamt behaupten: „Yeah, das war super!“

Denn es gibt einen großen Kritikpunkt: Es waren nur männliche Teilnehmer am Start. Da frag ich mich: Muss das so sein? Warum ist das so? Wollen Frauen da nicht mitfahren? Wenn ja, warum? Liegt es an den Veranstaltern? Kann mir irgendwer diese Fragen beantworten?

Was nämlich an sich gut an der „Downmall“ wäre ist, dass Kinder, die vielleicht bis dahin nur Mannschaftssport oder das Internet zum Zeitvertreib kennen, eine Idee bekommen wie man Freizeit noch ziemlich cool verbringen kann: Mit einem Fahrrad. Und sie kriegen einen Eindruck was man mit einem Bike anstellen kann.

Aber wieso verdammt waren keine Frauen bei dem Contest dabei? Jetzt haben wieder etliche Menschen, und vor allem die Mädchen und Frauen, wahrgenommen: Actionsport ist anscheinend Männersache. Und das ist schlecht. Da krieg ich Brechreiz, echt! Sind Mountainbikes nur was für Jungs? Ganz und garnicht, wir wissen das. Aber was hier in der Öffentlichkeit gezeigt wird transportiert genau dieses falsche Bild. Übrigens: Im vorletzten MTB Rider Magazine wurde wieder mal der Ruf nach mehr Frauen im Bikesport laut. Im Heft drauf hat man in einem Artikel zur Downmall Serie leider nicht drangedacht, auf die Gender Problematik hinzuweisen. Darum mach ich das jetzt, weil ich an so was denke. Girls ride too. So isses. Und dann klappt’s eines Tages vielleicht auch mit Starterinnen bei der Downmall.

Tricks raushauen im Einkaufszentrum

Frauen: nur als Verzierung

 

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Commenting area

  1. Völlig lächerlich der Artikel.
    Es können einzig und allein die Frauen selbst was dafür, dass es da keine Frauen teilnehmen. Man muss sich einfach nur anmelden wenn man teilnehmen will, dahinter steckt weder Magie noch eine Genderproblematik.

    Sich nicht anmelden weil man keinen Bock hat und dann im Nachhinein herumjammern „Mimimi es waren keine Frauen am Start“ ist einfach nur armselig.
    Und da kann weder Veranstalter, noch der Sport oder das Event etwas dafür wenn ihr halt keine Lust habt teilzunehmen oder zu faul wart euch anzumelden.

    • Stimmt so nicht ganz. Zur Downmall werden nur die Besten Fahrer eingeladen. Es ist eine Veranstaltung der Eastern Gravity und Tomas Slavik. Unter den Fahrern ist es wohl eine „Ehre“ wenn man eingeladen wird. Ich weiß nicht, ob auch schon Frauen eingeladen wurden und vielleicht gar nicht mitfahren wollten? Vielleicht mal nachfragen?

  2. Rosi Kletzander 11. April 2018 at 17:16 · · Antworten

    Einige gibt es schon, Tendenz steigend 🙂
    Gemma Corbera: https://www.youtube.com/watch?v=_3bdbnSW7tI
    Frauen im BMX: https://www.redbull.com/de-de/kurzfilm-girls-im-bmx-sister-session (Ab 5:55 die Tricks)
    Kathi Kuypers: https://traildevils.ch/Talk/Weltpremiere-Kathi-Kuypers-schafts-ins-Slopestyle-Finale-58e607b49969cfbb98e308d4afcbc762 oder https://www.youtube.com/watch?v=4X_2K7MeTM4

    Möglich, dass es noch ein paar Jahre dauert, bis Frauen überall mitfahren, aber wir haben schließlich auch etwas Vorsprung einzuholen

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