…….nur die falsche Kleidung. Wenn ich den Satz höre, habe ich in der Vergangenheit immer an meine tolle wasserdichte Jacke oder Regenhose gedacht und immer brav genickt. Ja hatte ich! Bis dieses Wochenende!

Wer gerne draußen ist, besitzt so mit der Zeit einiges: Softshell, Hardshell, Merino, Fleece, winddicht, wasserdicht – ob Jacke, Hose, Baselayer, Mittelschicht oder drüber. Was hat Mann äh Frau nicht alles? Ne ganze Menge!

Dieses Wochenende verriet der Blick auf den Wetterbericht schnell: das geliebte kurz-kurz fahren hat ein jähes Ende:

Wunderbarer Dauerregen mit Unwetterpotential, Nullgrad Grenze bei 1800m Höhe und Sonnenstunden im Minusstundenbereich – herrliche Aussichten, für schöne Mountainbike Ausfahrten. Aber hey, wir kennen das doch all „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung“. Hand auf´s Herz – wer hat diesen Satz nicht schon zu anderen gesagt mit möglicher Absicht das Naturerlebnis noch erlebnisreicher darzustellen?

 

Es ist Samstag. Genauer gesagt Samstag Mittag gegen 13 Uhr. Der Himmel im Münchner Süden zeichnet ein atemberaubendes Dauergrau mit Dauerregen, Wind und prasselnden Scheiben.

„Biken – Jetzt? Um Himmels Willen – ich warte auf eine trockene Phase!“.

Pah gesagt, getan: Pünktlich um 14 Uhr hört das Regentrommel

Trockene Phase, bis dann der Regenspaß beginnt

auf, ich springe in meine Klamotten und fahre fröhlich munter los. Meine Devise: Regenklamotten mitnehmen, dann regnet es mit Sicherheit (wie den ganzen Sommer auch) garantiert nicht, weil du bist ja ausgestattet. Es ist mittlerweile 14.15 Uhr – richtig 15 Minuten später – und es fängt an, leicht feucht zu werden. Nicht von unten, nein von oben. Ich packe mich in die Regenklamotten ein und gehe fest davon aus, dass es nur ein kurzer Schauer ist, ging es doch schon den ganzen Tag so. Weitere 15 Minuten später, es regnet immer noch und ich stelle fest: Trägerhosen unter der Regenhose ist keine gute Idee, um mal kurz hinter den Busch zu huschen. Weitere 15 Minuten und nochmals weitere 15 Minuten – ich bin eine Stunde unterwegs: 15 Minuten trocken, 45 Minuten nass, davon die Hälfte bei Wolkenbruch. Vor lauter Gedanken verpasse ich es, abzubiegen und fahre meine gewohnte Runde.

 

….leicht angefeuchtete Handschuhe….

 

Meine Handschuhe kann ich auswringen, habe aus unerfindlichen Gründen ein zweites Paar dabei. Ich überlege, ob ich nicht daheim gleich draußen duschen und mein Rad putzen soll, ist ja schließlich nass genug – nein warte – es regnet soviel, ich bin 0,0 schmutzig, sondern sauber.

SAUBER! Nach 1:45 Minuten passiert das unfassbare: Mein trockenes Regenloch ist auch bei mir angekommen und ich fahre im trockenen nach hause.

 

 

Duschen!

Ich bin klatsch nass, meine Laune ist im Regenwasser versickert und ich bin heilfroh, als ich in der Wanne liege. Ich denke mir, dass es sicherlich gute Regenklamotten gibt, damit bleibt man eigentlich schon ganz warm, den Spruch finde ich trotzdem ziemlich dämlich mittlerweile.

 

 

 

 

Das Wochenende zeigt sich von der grauen Sahneseite. Sonntag: Der Blick aus dem Wohnzimmer verrät: Die Wettervorhersage, dass es heute zu größeren trockenen Abschnitten kommen soll, stellt sich nicht ein. Am Nachmittag telefoniere ich mit einer Freundin mit folgender Aussage „Na gestern bist auch gefahren. Da gibt’s heute keine Entschuldigung, allemal gibt’s kein schlechtes Wetter nur schlechte Kleidung!“:

Ich glaubs ja nicht! Ernsthaft? Nach der Ausfahrt gestern.

Regen, Regen, Regen

Um 17 Uhr tut sich doch wider aller meiner Erwartungen ein trockenes Loch auf. Ab in die Klamotten, rauf aufs Bike. Keine 15 Minuten: Richtig es wird leicht nass von oben, diesmal nieselt es nur und es stört mich gar nicht erst weiter. Ich pedaliere so vor mich hin, fahre mit Absicht an der Abkürzung vorbei und nehme mir vor eine kleine extra Schleife zu fahren, zeigt sich der Himmel ja mit kleinen blauen Flecken – das kann ja nur gut werden. Irgendwie wurde es aber nicht gut. Nein! Wolkenbruch, Regen, noch mehr Regen, Regendusche. Zefix – ich seh Sonne, ich werfe einen Schatten, werde aber klatschnass im Regen. Ich befinde mich im gleichen „Kasperlkostüm“ wie am Vortag, nur dass heute die Stylingpolizei ganz konform in blau-blau passend zu meinem Conway fährt. Wenn mir noch einmal jemand was von falscher Kleidung erzählt….immer sind die Flossen (Finger) klatschnass und die Suppe rennt einem am Kinn eh in die Jacke und außerdem…….

Kuchen hilft IMMER

 

Halt! Heute hab ich mir eine Belohnung mitgenommen. Ein Stück Kuchen – ja genau, ein Stück etwas aufgeweichten Marmorkuchen. An der Ludwigshöhe friert es mich langsam und ich finde der Kuchen schmeckt fantastisch und ob das trainingstechnisch sinnvoll ist, ist mir völlig egal. Endlich bin ich daheim und ich kleiner Fisch kann mein Klamottenaquarium verlassen.

 

 

 

Warum prasselt es auf die Regenjacke bei Sonne?!

Ich sitz abends auf der Couch, mampfe ein weiteres Stück Kuchen und hänge am Telefon, erzähle von dem ganzen ekeligen

Regen, der Kälte, die in die Klamotten und an den Körper kriecht und sage doch allen ernstes: „Also weißt, so Regen ist echt ein Motivationskiller, eine Challenge, da kann ich gleich für England nächstes Jahr trainieren aber hey, wennst mal draußen bist, stellst du fest, dass es kaum schlechtes Wetter sondern nur schlechte Kleidung gibt“

 

 

 

Schöne Bank, nur heute nicht

Ich muss so lachen. Also Freunde des Mountainbikens, Freunde des trockenen Fahrens und Liebhaber des kurz-kurz – draußen fahren kann man schon mal im Regen. Aber ich bleib trotzdem lieber bei Sommertemperaturen aufm Rad.

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