Mut tut auch im Bikepark gut!
[JULE] Samstagmorgen, 10:00 Uhr in Livigno. Wir stehen an der Gipfelstation des Mottolino Bikeparks. 8 Bikerinnen + Petra, unser Coach, eingepackt in Schoner und Gedanken.
Im Schlepptau mit unseren Bikes hat die Bahn auch eine kleine oder größere Menge an Bedenken und mulmigen Gefühlen mit hinauftransportiert. Eisiger Wind weht uns um die Nase und bringt unsere Knie zum Zittern. Oder bibbern wir doch eher der ersten Abfahrt im Bikepark entgegen? Ungewohntes Terrain für die meisten von uns, für andere auch schon mit schmerzhaften Erfahrungen abgespeichert. Wir befinden uns auf einer gefühlten Höhe von mindestens 8.000m – zumindest was den Sauerstoffgehalt betrifft, der gerade in unseren Köpfen ankommt. Also: atmen. Sauerstoff ins Hirn lassen, Ängste einfach aus- und gute Laune einatmen, die Blockaden unserer Synapsen auflösen. Dieses so einfache Gesetz und doch fast schon Wundermittel haben wir bereits im ersten Teil des Kurses „Mut tut gut“ von Petra mitgegeben bekommen und konnten bereits in den letzten Monaten immer wieder feststellen, wie gut das doch tut. Dem Kopf und dem Körper – und schließlich dem Bike da unter unseren Händen, das sich plötzlich doch viel einfacher über Hindernisse steuern lässt.
Auch diesmal scheint es zu wirken: Wir tauchen in die ersten kleinen Anlieger ein, nehmen, erst noch zögerlich, dann immer mutiger erst die kleinen, dann schon die etwas größeren Bodenwelle und Sprunghügel unter die Stollen. Vorausschauend, atmend mit mutig-selbstbewusster Position gewinnen wir an Sicherheit – und Spaß! Die ersten Freudenjauchzer tönen durch den Park, wirken immer ansteckender auch auf andere, die sich dort tummeln. Hände klatschen ab, wie Rosi sich den Steilhang hinab wagt, „Bravo“ schallt es mit Barbaras beherzter Fahrt über die Wurzeln und Petras laut flatternde Schmetterlinge im Bauch verleihen uns alle Flügeln in den kleinen engen Kurven. Im Bikepark finden wir das ideale Spielgelände, können wir doch knifflige Stellen immer wieder üben und auch die Einsteigerstrecken machen hier schon richtig Laune! So werden wir mit jeder Fahrt besser und wagen uns immer weiter vor.
Bremst uns kurzzeitig doch einmal ein kleiner Fluchtgedanke oder Nothalt, hilft Petra mit einfühlsamen Tipps über das Hindernis – oder ermutigt auch mal zum beherzten Absteigen. Nicht jeder Moment ist der Moment, um Grenzen zu verschieben! Auch das haben wir gelernt und atmen erleichtert auf, wie der Druck von unseren Schultern fällt. Auch als leidenschaftliche Bikerin mal schwach sein dürfen – wie herrlich!
Der Hunger treibt uns mit dem kalten Wind schließlich dem Pizza- und Kaffeeduft entgegen. Auch das will gelernt sein: Pause machen, durchatmen, Kräfte sammeln – und sich dann gestärkt erneut ins Abenteuer stürzen. Unseres trägt uns nun aus dem Bikepark hinaus in den nahegelegenen Spitzkehrentrail. Erneut macht sich leichtes Bangen breit – sind es doch gerade diese kleinen Biesterchen, die für viele von uns seit Jahren eine echte Herausforderung darstellen. Auch hier hat Petra wieder jede Menge guter Tipps für uns: klein machen, Blick in die Kurve, Körper drehen – und immer wieder atmen. Und schon zirkeln die ersten von uns erfolgreich um die Kehren herum. Erstaunt und beglückt. Das steckt an. Ich scheitere, einmal, zweimal, dreimal, bis ich schließlich mit einem sanften aber entschlossenen Schupps einfach ums Eck geschoben werde. Geht doch. Und wie es geht! Ein Knoten scheint geplatzt und plötzlich kann ich gar nicht genug von Spitzkehren bekommen. Ich sammle sie wie neue Freunde und tauche mit jeder Menge Dopamin im Blut den Hang hinab. Dort wartet schon der Rest der Truppe. Ihre leuchtenden Augen zeigen: Auch hier hat es gefunkt!
Mit einem fetten Grinsen im Gesicht beenden wir den Tag und kurbeln glücksgetränkt dem Hotel entgegen, wo unsere Männer schon schmunzelnd auf uns warten und erst einmal mit euphorischem Geschnatter überschüttet werden. Nun den Bikeparkstaub abgewaschen, aufhübschen und dann zum köstlichen Abendessen. Genießen können – auch das gehört dazu.
Morgen schon erwartet uns ein neuer Biketag mit neuen Trails und neuen Herausforderungen. Wir können es kaum erwarten, denn wir wissen: Selbstbewusst wie Cowgirls werden wir neue Herausforderungen meistern. Oder vielleicht morgen auch nicht. Ganz egal. Wir haben Urlaub, genießen die Wahnsinnslandschaft, die Sonne, die lustige Gruppe und unseren Lieblingssport. Ganz entspannt! Mut tut gut! So gut!
Hier findet ihr mehr Infos zu unseren Mut-tut-gut-Workshops.
Und viele schöne Bilder gibts natürlich in unserer Galerie.
Kommentare
Doro Graner
Freitag, 06-08-10 16:30
voller neid les ich den artikel und bin traurig über mein schambein-
aber nächstes jahr ist wieder ein jahr -jipppi









