[GASTBEITAG VON ELKE STARKE] Jede 8. Frau erkrankt in ihrem Leben an Brustkrebs. Und ja, jede Frau kennt mindestens eine Frau die daran bereits erkrankt ist. Das es mich selber treffen könnte? Nie wirklich darüber nachgedacht. 

Bergauf mit dem Bike

April 2016: Dieses Jahr wird mein BIKE Jahr! Bereits im Herbst 2015 den Grundstein dafür gelegt, als ich mir (bei meiner Größe von 1,50 m kein leichtes Unterfangen) mein Traum-MTB auf den Leib habe schneidern lassen. Im März 2016 auf Sizilien die ersten Rennrad-Kilometer getreten. Gemerkt, dieses Jahr geht was, vielleicht den schon zum Greifen nahenden 50. Geburtstag im Juni doch auf einer Transalp-Route feiern? Eine Herausforderung habe ich dann tatsächlich gehabt an meinem Fünfzigsten, nur ganz anders wie gedacht.

Ende April ertaste ich unter der Dusche einen komischen Knubbel in der rechten Brust. Sehen mich Ärzte sonst nur äußert sporadisch, bin ich damit gleich zu meiner Frauenärztin.  Eine Woche später dann die Diagnose: Brustkrebs! Ach du Sch…  Kann das wirklich sein? Ich fühlte mich doch zum Bäume ausreißen. Aber lange gehadert habe ich nicht mit der Diagnose. Augen auf und durch, das war mein Motto die nächsten Monate. Mir standen zwei Operationen, Bestrahlung über 8 Wochen und eine Antihormontherapie bevor. Das Radeln musste ich nur bis zur Verheilung der OP-Narben einstellen. Danach ging es auch während der Bestrahlungen oft aufs Rad. Und das ohne schlechtes Gewissen, denn es ist wissenschaftlich bewiesen, dass Bewegung und Sport den Krankheitsverlauf bei Krebs positiv beeinflussen. Jeder Kilometer hat mir so gut getan in dieser Zeit.

Klar bin im letzten Jahr oft nicht mit eigener Muskelkraft nach oben gekommen, ganz spurlos sind die Behandlungen auch an mir nicht vorbei gegangen. Die bis jetzt verpönte Bergbahn wurde mein guter und verlässlicher Partner beim Mountainbiken. Getreu dem Motto „wo ein Wille da ein Weg“.

Jetzt ein Jahr später bin ich wieder fast die Alte. Ich habe gelernt zu akzeptieren, dass es vielleicht keine Transalp mehr wird, aber jeder Trail zaubert mir immer noch ein fettes Grinsen ins Gesicht. Mein Wunsch an euch alle: Untersucht eure Brust  regelmäßig selbst, ihr kennt sie viel besser wie jeder Arzt (ich war keine zwei Monate vor der Diagnose zur Brustkrebsvorsorge, da hat man nichts gefunden).
Und steigt möglichst nie vom Rad.  Immer wieder wurde mir von den Ärzten bestätigt, dass meine Fitness einen Großteil dazu beigetragen hat, dass ich meine Behandlungen so gut weggesteckt habe.

Übrigens hier mein neues Lebensmotto frei nach Albert Einstein: „Life is like riding a bicycle. To keep your balance, you must keep moving.“

Mein Blog www.meinkrebsundich.me möchte ein wenig dazu beitragen dem Thema Krebs das Entsetzen und die Sprachlosigkeit zu nehmen und aufzuzeigen dass es ein lebenswertes Leben auch mit dieser Erkrankung gibt.

[Text und Bilder von Elke Starke]

 

SHARE IT:

Leave a Reply

You can use these tags: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>