Andrea Gutmann,
Team-Chefin „Freiburger Pilsner Merida Team“

Warum nicht einen eigenen „Rennstall“ gründen? – eine Frage, die Andreas Leben vor gut fünf Jahren ganz ordentlich adurcheinander gewirbelt hat. War die Freiburgerin zuvor als Mutter zweier rennbegeisterter Söhne eher am Rande des Renngeschehens unterwegs, brachte Sie ihr spontanes „Ja“ als Antwort mitten hinein ins Geschehen und in die – für eine Frau immer noch eher ungewöhnliche – Position, die Rennszene aktiv mitgestalten zu können. Die eigene Liebe zum (Bike)Sport und den Spaß dabei in einem eigenen Rad-Team zu bündeln und dieses über alle Stolpersteine hinweg zum Erfolg zu führen, entpuppte sich als echte Herausforderung – und als große Leidenschaft, „für die man vielleicht ein wenig verrückt sein muss“ …

Andrea, wie bist du zum Mountainbiken gekommen?
Ich habe eine Alternative zum Laufen gesucht und das Fahrradfahren im hügeligen Gelände hat mir schon immer Spaß gemacht. So kam mir die neue Art des Radfahrens, nämlich das Mountainbiken, so richtig entgegen.

Was ist für dich das Schönste am Biken, das Besondere im Vergleich zu anderen Sportarten?
Als echte Freiburgerin und Schwarzwälderin liebe ich die Berge. War es früher Leichtathletik und Skifahren, haben mich in 90er Jahren das Bike-Fieber und das Ski-Langlaufen gepackt. Als gelernte Buchhändlerin und Sportdozentin ist das für mich ein Stück Freiheit, die Seele baumeln lassen und einfach Spaß in der Natur haben.

Was war dein schönstes Bike-Erlebnis? Und dein schlimmstes?
Meine schönsten Bike-Erlebnisse in den vergangenen Jahren waren es, mit meinem Partner gemeinsam die Bergwelt Tirols zu erkurbeln: unvergessliche Erlebnisse, sagenhafte Eindrücke und unglaubliche schöne Augenblicke in der Natur zu genießen. Schlimme Bike-Erlebnisse waren der eine oder andere schwere Sturz meiner Jungs.

[Fotos: privat]

Wie kommt man auf die Idee, einen eigenen „MTB-Rennstall“ zu gründen? Erzähl mal, wie das bei dir war.
Meine beiden Söhne waren schon früh begeisterte Mountainbiker, nahmen unter anderem am Kids-Cup teil. Als sie älter wurden und auf nationaler Ebene einsteigen wollten, machte ich mich auf die Suche nach einem Rennstall in der Region. Das klappte nicht so gut, bis wir auf das neu gegründete Team Lombardo Corso Germany stießen. Dessen junger Chef forderte allerdings, dass wir einen Sponsor mitbringen. Das gelang mir mit der Ganter-Brauerei aus Freiburg. Nach einem Jahr Im Gespräch mit Geschäftsführerin Katharina Ganter-Fraschetti fragte sie mich, warum ich das Ganze nicht in Eigenregie machen will. Das war der Anstoß, über einen eigenen Rennstall nachzudenken, und kurz danach habe ich mein Team „Freiburger Pilsner“ mit der finanziellen Unterstützung der Brauerei gegründet.

Wie groß war dein Anteil, dass deine Söhne zum Mountainbiken und dann zum Leistungssport gekommen sind?
Mit zehn Jahren habe ich in der Leichtathletik im 100-Meter-Lauf erstmals auf mich aufmerksam gemacht:12,6 Sekunden. Ich war dem Wettkampfsport verfallen und habe einige Jahre intensiven Leistungssport betrieben, in denen ich tolle Erfahrungen gemacht habe und großartigen Menschen eine Menge zu verdanken habe. Und genau darum hat mich die Bewegung in der Natur in meinem weiteren Leben niemals losgelassen und nimmt nach wie vor einen großen und ganz wichtigen Teil in meinem Leben ein. Da war es mir natürlich auch ein Bedürfnis, meinen Söhnen Marius und Simon die Leidenschaft zum Sport weiterzugeben. Viele tolle gemeinsame Mountainbiketouren, Testläufe für anstehende regionale Marathons und auch schon mal bei Kurzmarathons gemeinsam an den Start zu gehen, bestimmten fortan unsere Freizeit. Darum war es auch nicht verwunderlich, dass beide Söhne schon in frühester Kindheit an den hiesigen Rennen mit Begeisterung teilnahmen. Der Weg und auch der mütterliche Plan waren schnell vorgegeben.

Beschreib uns dein Team doch mal: Wer sind die Mitglieder, welche Art von Rennen fahrt ihr, wie ambitioniert und professionell seid ihr unterwegs? Und was ist bei euch ggf. anders als bei anderen Rennteams?
Derzeit habe ich elf Fahrer, wobei Marius Kottal und Niklas Grobert aus beruflichen Gründen kürzer treten und in der kommenden Saison als Co-Team geführt werden. Als Perspektivfahrer (U19) haben wir Jan Faller ins Team aufgenommen. Im Team selbst sind die Elite-Fahrer Heiko Hog und Simon Gutmann, in der U23 Lars Reiniger, Florian Reichle und Luca Girke und in der Junioren-Klasse Sören Schneider, Ben Grupp und Jakob Niemeyer.  Wir sind zwar „nur“ semi-professionell unterwegs, weil alle Fahrer berufstätig, Schüler oder Studenten sind, dennoch ist es unser Anspruch, national in der Spitze mitzumischen und uns international zu beweisen. Ich bin ziemlich stolz darauf, dass in der vergangenen Saison Heiko Hog, Simon Gutmann und Jakob Niemeyer an Weltmeisterschaften in Australien und China im Cross-Country und Sprint teilgenommen haben und dass Luca Girke und Ben Grupp in die Landeskader ihrer Altersgruppen berufen wurden.  Was mir von Anfang an ganz wichtig war, ist, dass wir als Team sympathisch rüberkommen. Jeder soll jeden unterstützen, egal ob im Training, bei privaten Dingen oder bei den Rennen. Und ich denke, das ist mir gelungen, auch wenn sich die Teamzusammensetzung durch Ab- und Zugänge immer wieder geändert hat.

Kann jeder „einfach so“ ein MTB-Rennteam gründen und dann nationale und internationale Bike-Rennen fahren? Oder was gehört da alles dazu?
Ganz sicher nicht. Ich glaube, man muss ein bisschen verrückt sein, um das zu machen. Sicherlich gehört auch dazu, dass man einen Anschub braucht, so wie das durch meine beiden Söhne der Fall war. Man muss konsequent sein, darf sich von Niederlagen, beispielsweise bei der Sponsorensuche, nicht frustrieren lassen, muss ganz viel Zeit investieren, einfach Mountainbike leben. Als Frau kommt hinzu, dass man Durchsetzungsvermögen braucht, kommunikationsfähig ist und Rückschläge einstecken kann. Und man muss sich auch wehren und behaupten können, seinen Willen durchsetzen und nötigenfalls auch mal derbe sein. Am meisten bringt es aber, wenn man freundlich-konsequent ist.
Sicherlich gewöhnungsbedürftig ist auch das Prozedere mit den Verbänden (BDR und UCI). Den Dschungel an Vorschriften und Regularien muss man sich mühselig erarbeiten. Nun, nach 5 Jahren und vielen Fallgruben, aus denen ich klettern musste, ist es einfacher. Ich weiß nun, was gefordert ist und habe Ansprechpartner, die mir super hilfsbereit und unbürokratisch helfen.

Foto: Freiburger Pilsner Merida Team

 

War dir das alles vorab bewusst? Wie bist du diese Herausforderung angegangen?
Das war mir nicht bewusst. Ich kannte zwar den Rennbetrieb, weil ich meine beiden Söhne oft zu ihren Wettkämpfen begleitet habe. Aber was mich wirklich durch einen eigenen Rennstall erwarten würde, war mir nicht klar. Eigentlich bin ich das Ganze ziemlich unbedarft angegangen, und hab deshalb auch den einen oder anderen Nackenschlag einstecken müssen. Das betraf zum einen die Erwartungen der Fahrer und deren Familie, noch mehr aber das Prozedere des Rennalltags. Wo bekomme ich Räder für so viele preiswert her? Was benötige ich für die Fahrer? Welche Kosten kommen auf das Team zu?, das waren nur einige Fragen, von denen ich fast überrollt wurde. Das hat viel Zeit und noch mehr Nerven gekostet.

Du hast es schon erwähnt, dein Team ist ein Nachwuchsteam, deine Fahrer dementsprechend minderjährig oder in der Ausbildung. Was bringt das an Besonderheiten mit sich?
Zum einen, dass wir semiprofessionell unterwegs sind, zum anderen, dass ich auf außersportliche Dinge Rücksicht nehmen muss. Auch wenn ich Leistung will und einfordere, muss ich akzeptieren, und das tue ich, dass schulische oder studienbedingte Belange Vorrang haben. Bestimmte Dinge wie die Teilnahme an mir wichtigen Rennen in der Region oder wegen der Sponsoren kann ich eben nicht einfordern, wenn jemand auf Klassenfahrt oder in der Prüfungsphase ist. Aber das ist für mich in Ordnung, weil alle meine Fahrer selbst hoch motiviert sind und sich, vor allem im Rückblick, die Leistung meiner Mannschaft sehen lassen kann.

Wie erlebst du die öffentliche Förderung und Unterstützung von Nachwuchssportlern in Deutschland?
Das ist ein schwieriges Thema, zu dem ich nur für meinen Bereich Mountainbike etwas sagen kann. Ich stand und stehe immer noch weitgehend ohne öffentliche Unterstützung da und muss mich auf meine Sponsoren, die ich mir in den vergangenen fünf Jahren an Land gezogen habe, verlassen. Aber inzwischen bin ich mit den Verbänden richtig gut vernetzt, sodass ich von dort immer wieder viel Unterstützung erhalte. Das betrifft nicht so sehr das Finanzielle, aber wenn ich oder meine Fahrer Fehler beispielsweise bei Anmeldungen zu internationalen Rennen gemacht haben, wird uns unbürokratisch geholfen. Wir sind hier auf einem guten Weg.

Foto: privat

Hast du selbst einen Hintergrund als Leistungssportlerin?

Foto: privatIch bin bereits als zehnjährige Leichtathletin in Landshut in Niederbayern die 100 Meter in 12,6 Sekunden gelaufen. Das war damals schon eine große Sache. Ich war ja schneller als die 18-Jährigen aus der ganzen Gegend. Mir war gar nicht klar, was ich da geschafft habe und sollte daraufhin in ein Sportinternat. Das wollte ich aber nicht, meine Familie war mir wichtiger. Dessen ungeachtet hat Sport mein Leben immer dominiert. Ich lebe und liebe die Bewegung. Zunächst als Leichtathletin, dann als Langstreckenläufern, als Skifahrerin und als Mountainbikerin. Ich habe direkt nach dem Leistungssport im Alter von 19 Jahren Kurse belegt und arbeite seither als Trainerin und Sportdozentin, gebe unter anderem Kurse in Nordic Walking, Body-Fit, Rückenschule, Rückenfit, Wassergymnastik und Aqua-Jogging.

Hand aufs Herz: Warum gibt es in eurem Team keine einzige Frau?
Das hat mehrere Gründe. Als wir das Team gegründet haben, waren meine Fahrer zwischen 16 und 20 Jahren alt. Sie wollten in den Folgejahren einfach unter sich, den Jungs, sein. Die Frage, ob wir Mädchen aufnehmen sollten, stand immer im Raum, allerdings fand sich lange keine Mehrheit bei meinen Fahrern dafür. Ich hätte immer mal gerne eine Mountainbikerin in unserem Team gesehen. Wir hatten tatsächlich einige Anfragen, auch von Weltklassefahrerinnen. Allerdings musste ich meist absagen, weil deren finanziellen Forderungen nicht unseren Möglichkeiten entsprachen. Hinzu kommt, dass wir ein Team aus dem Hochschwarzwald und angrenzenden Regionen sind, sodass die Fahrer zusammen trainieren und auch privat gemeinsam unterwegs sind. Da macht es wenig Sinn, qualifizierte Fahrerinnen beispielsweise aus Bayern oder dem Siegerland aufzunehmen, die dann ohne große Anbindung an uns wären. Ein Mädchenanteil bleibt für mich aber ein Thema.

Was sind deine Rollen und Aufgaben rund ums Team?
Ich organisiere alles rund ums Team: Geld, Materialbeschaffung, Teambesprechung. Ich bin Ansprechpartnerin, ermuntere, tröste, fordere, bin halt täglich damit beschäftigt. Es gibt ja ständig Probleme mit der Technik, mit den Rahmen der Räder, mit den Schaltgruppen oder es fehlen irgendwelche wichtigen Ersatzteile. Dazu gilt es, Training und Wettkampf zu koordinieren, Ohne meinen Sohn Marius als Ältester der Biker, der der Fahrerboss und für die Gruppendynamik zuständig ist, und meinen Sohn Simon, der all das auffängt, was es darüber hinaus noch zu bewerkstelligen gilt,  wäre die Aufgabe aber kaum zu schaffen.

[Fotos: privat]

Wie sehr und in welcher Hinsicht musstest du in deine Rolle als Teamchefin erst hineinwachsen? Was hat dich besonders gefordert (und tut es vielleicht noch heute)? Was fiel dir von Anfang an leicht?
Ich fang mit dem Letzteren an. Was mir immer leicht fiel, war zu kommunizieren. Ich habe jeden meiner Fahrer ernst genommen, bin auf seine Stärken und Schwächen eingegangen und konnte motivieren. Ich mag meine Fahrer, und ich glaube, sie mögen mich. Ein Riesenproblem war aber von Anfang an die Finanzierung des Rennstalls, was ich so nicht erwartet hatte. Hunderte von Anfragen nach Sponsoring blieben unbeantwortet oder wurden abschlägig beschieden. Es war diesbezüglich immer ein Ritt auf des Messers Schneide. Gott sei Dank haben wir jetzt etliche treue Material- und Geldsponsoren, sodass ich hier etwas entspannter der Zukunft entgegenblicken kann. Sorgenfrei bin ich aber nicht.

Ist die Leitung des Teams dein Beruf oder „nur“ ein Hobby für dich?
Ausschließlich ein Hobby, aber ein sehr zeitaufwendiges.

Bist du bei jedem Rennen mit dabei (und dementsprechend sehr viel am Reisen)?
Wenn es mir beruflich und privat möglich ist, nehme ich an den Rennen meiner Jungs teil. Dann bin ich Betreuerin, Managerin und halt einfach für meine Jungs da. Und natürlich fiebere ich bei jedem meiner Fahrer mit, drücke die Daumen, dass alles gut läuft und sie letztendlich auch selbst mit ihrer Leistung zufrieden sind. Ich liebe die Wettkampfluft und finde das spannend. Das hat sich aber gegenüber den Anfängen ein bisschen reduziert, weil ich auf viele engagierte Eltern der jungen Mountainbiker setzen kann.

Gehst du mit „deinen Jungs“ regelmäßig selbst aufs Rad – und wie gelingt es dir, da mitzuhalten?
Nein, die Zeiten sind lange vorbei, wo ich mit meinen Fahrern nur ansatzmäßig mithalten kann. Mal ne Tour mit meinen Sohn Simon ist aber noch drin. Und ich mache regelmäßig Mountainbike-Urlaub mit meinem Lebenspartner.

Wie schaffst du es, als Mutter zweier Teamfahrer „neutral“ zu bleiben – es gibt ja sicherlich auch bei euch im Team einen ganz natürlichen Konkurrenzkampf, oder?
Das ist eigentlich in der Außenwirkung im Team kein Thema. Ich glaube, dass alle Fahrer mich als Chefin akzeptieren. Familienintern ist das allerdings immer wieder ein Problem, weil es manchmal schwierig ist zu unterscheiden zwischen dem, was Familie ist, und dem, was Rennstall ist. Aber da ich ein ausgesprochen gutes Verhältnis zu meinen beiden Söhnen habe, klärt sich das immer wieder.

Andrea und Teamfahrer Heiko, Foto: privat

Und wie finden es deine Söhne, dass ihre Mutter zugleich ihre Teamchefin ist?
Sie wollten von Anfang an, dass dieses neue Team funktioniert. Deshalb war es zunächst kein Problem, dass ich Mutter und Teamchefin war. Aber es gab, das ist nicht abzustreiten, zwischenzeitlich Meinungsverschiedenheiten wie das Team aufgestellt sein muss, wie es finanziert wird, wer ins Team kommen soll, wo der Weg hinführt. Nach fünf Jahren hat sich das aber Gott sei Dank in lösbare Probleme geändert. Schließlich sind meine Jungs jetzt erwachsen und sehen vieles nun auch aus dieser Sicht.

Eine weibliche Teamleitung – das ist national, wie international – nach wie vor die große Ausnahme. Was denkst du: warum ist da so?
Ganz einfach, weil es wenig Frauen gibt, die sich für den Mountainbikesport interessieren und das auch in verantwortlicher Position voranbringen wollen. Ich glaube, dass es, wie das bei mir der Fall war, eines enormen Schubs durch eigene Kinder braucht, um das in verantwortlicher Position zu machen. Und vielleicht muss man auch ein bisschen verrückt sein.

Führen Frauen aus deiner Sicht anders als Männer? Was sind deine persönlichen Führungsstärken?
Ich glaube schon. Frauen sind ein Stück weit Mutterersatz für die Jungs, sind einfühlsam, können trösten, wenn´s mal nicht geklappt hat, können sich freuen, umarmen. Kritik ist nicht so hart, kommt aber trotzdem an. Gut ist da einfach, dass mein Sohn Marius an meiner Seite ist, der auch mal derber ist und Sachen geradeheraus anspricht, wenn einer der Fahrer aus der Spur läuft.

Wie reagieren andere Teammanager auf dich, wenn ihr euch auf den diversen Rennveranstaltungen begegnet? Musstest du dir erst Respekt verschaffen oder lief das von Anfang an auf Augenhöhe?
Das lief natürlich nicht von Anfang an auf Augenhöhe. Man muss in diese Struktur hineinwachsen, das gilt aber nicht nur für Frauen, sondern auch für neue Rennstallchefs. Auf wirkliche Ablehnung bin ich aber nicht gestoßen, eher auf Neugierde, das war absolut nicht negativ. Als wir als junger Rennstall erstmals beim LBS Cup Auftaktrennen starteten, sind wir vom Veranstalter und Moderator sehr warmherzig begrüßt worden. Und die Fahrer und die anderen Teamleiter haben mich beglückwünscht. Wir sind von Anfang an ernst genommen worden, das war eine enorme Motivation. Ich denke auch, dass ich gut auf Menschen zugehen kann, das hat vieles erleichtert.

Und wie ist das Verhältnis zu deinen Fahrern? Macht es für sie einen Unterschied, dass ihr Chef eine Frau ist?
Mein Verhältnis zu meinen Fahrer ist topp. Dass ich eine Frau bin, ist völlig wurscht.

Du leitest das Team seit nun mehr über 5 Jahren. Was hat sich in der Zeit verändert – beim Team, bei dir? Was würdest du rückblickend vielleicht anders machen, was hat sich bewährt?
Ich bin vom Newcomer zum routinierten Teamchef geworden, das sag ich ohne Überheblichkeit und mit Stolz. Vieles, was ich am Anfang aus Unwissenheit oder Unkenntnis falsch gemacht habe, ist jetzt Routine, auch wenn´s immer wieder Neues gibt und damit neue Fehler. Bei mir hat sich nicht viel geändert, ich bin motiviert und stolz über das, was meine Fahrer und ich erreicht haben. Was ich anders machen würde: Fehler vermeiden. Was sich bewährt hat: Offen Probleme ansprechen, Ziele klar formulieren, freundlich sein, für gute Stimmung sorgen, Teamgeist fordern, Konkurrenz fördern, aber Konkurrenten immer achten und das den Fahrern vermitteln. Ich glaube, das war von Anfang an der richtige Weg.

Und wenn du nach vorne Blickst: Wo siehst du dich und dein Team in weiteren 5 Jahren? Was sind deine persönliche Ziele und Träume?
Den Blick in die Glaskugel möchte ich mir schenken, weil ich keine Ahnung habe, ob das Team noch ein oder fünf oder zehn Jahre bestehen kann. Das ist nämlich von vielen Faktoren abhängig wie beispielsweise den Finanzen oder ob ich die Unterstützung meiner Söhne und älteren Fahrer auch nach deren Ausscheiden aus dem Leistungssport erhalte. Jedenfalls will ich weiter junge Sportler fördern und an den semi- oder professionellen Sport heranführen. Und mein heimlicher Traum ist es natürlich, einmal ein Profiteam zu führen.

Verrate uns noch: Welches Bike fährst du (am liebsten) – in welchem Setup?
Merida Bike Big Nine ist mein absoluter Favorit. Begeistert bin ich zudem von den SR Suntour-Gabeln, den Michelin-Mänteln, den KMC-Ketten und der SRAM-Schaltung.

Und was sind deine 3 Lieblingsprodukte rund ums Biken?
Meine Lieblingsprodukte rund ums Biken sind zum einem natürlich mein mega cooles Merida Bike, welches mir reinen Fahrspaß bietet. Zum anderen Xenofit mit seinen isotonischen Getränke, die bei keiner Tour fehlen dürfen. Und ganz klar liebe ich unser Trikot von Redvil nicht nur wegen des Designs, es ist auch super angenehm zu tragen.

Welchen Rat möchtest du anderen Bikerinnen zum Schluss noch mit auf den Weg geben?
Habt Spaß am Mountainbiken und genießt die Natur.

Zum Abschluss: Wie gefällt dir GIRLSRIDETOO.DE (ganz ehrlich, gerne auch konstruktive Kritik )
Mir gefällt GIRLSRIDETOO.DE gut, eben einfach auch deshalb, weil die Mountainbike fahrenden Mädchen und jungen Frauen hier eine eigene Plattform haben.

Hier noch der Link zum Team: www.freiburger-pilsner-merida-team.com

Danke für das Interview, liebe Petra!
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