P1240130Lisa ist gerade mal 25 – und meistert den Spagat aus industriellem Unternehmertum und Bike-Engagement nicht nur „irgendwie grade so“ – sie schafft es vielmehr, aus beidem Energie jeweils für das andere zu ziehen und die scheinbar getrennten Welten so miteinander zu verbinden. Als neues Mitglied im Kreis der „CUBE Women“ genießt sie es, das Radfahren (und die dazugehörigen Räder) in all seiner Vielfalt ganz neu zu entdecken. Und freut sich darauf, ihr Wissen und ihre Erfahrungen an andere Frauen weiter zu geben. Dass sie dabei – ganz nebenbei – zur Botschafterin ihrer alten neuen Heimat Fichtelgebirge wird, ist für Lisa nur konsequent: „Alles andere wäre nicht authentisch“…  

Lisa, wie bist du zum Mountainbiken gekommen?
Biken war für mich zunächst mehr Trainingszweck als Naturgenuss. Als frühere Leistungssportlerin im alpinen Skisport spult man so einige Trainingskilometer auf Straße und Forstweg ab. Während des Studiums in Innsbruck habe ich dann auch ein Leben abseits der Forstwege entdeckt und es manchmal bergauf gemütlicher angehen lassen um die wunderbaren Trails und das Naturerlebnis genießen zu können. Mittlerweile gehört Biken für mich einfach dazu: Egal ob für kurze Erledigungen innerorts, oder aber zum Genussbiken nach der Arbeit.

Was ist für dich das Schönste am Biken, das Besondere im Vergleich zu anderen Sportarten?
Man kommt rum. Ich genieße es in der Natur unterwegs zu sein, frische Luft einatmen zu können und Tag für Tag neue Plätze zu entdecken. Ich bin im Alter von 14 Jahren von zu Hause weg und erst seit kurzem wieder in der Region. Auf dem Bike lerne ich meine Heimat neu kennen.

Was war dein schönstes Bike-Erlebnis?
Hm. Eine schöne Frage. Denn ich denke nun an all die Glücksmomente, die ich auf 2 Rädern bereits erleben durfte. Zum Beispiel: meine Neuseelandreise mit den wunderbaren Trails in Rotorua. Dann fällt mir noch die diesjährige Silvester-Ausfahrt auf dem Fatbike ein, dicht gefolgt von den tollen Touren im Sommer, die meistens mit einem guten Schluck Zoigl ausklangen. Irgendwie ist jeder Tag auf zwei Rädern ja auf seine Weise ein ganz besonderes Erlebnis
Und dein schlimmstes?
Hab‘ ich verdrängt… 🙂
Stürze und Verletzungen würde ich als schlimm bezeichnen – egal ob am eigenen oder am Leib der Mitfahrer. Ansonsten gingen meine Abenteuer meistens gut aus – klopf auf Holz – und ich konnte immer eine positive Erfahrung mitnehmen. Ob falsche Route geplant, verfahren, Wetter falsch eingeschätzt, zu wenig Verpflegung, … meistens Lacht man heute drüber und ist für das nächste mal etwas klüger.

Was sind deine 3 Lieblingsprodukte rund ums Biken?
Mein neues, absolutes Lieblingsprodukt ist die neue CUBE AM WLS Jacke „Storm“. Diesem Namen wird sie definitiv treu, denn die wasserdichte Allzweckjacke hatte ich bereits zum Biken, Skitouren gehen, Skifahren und Langlaufen an. Als Regenjacke hält sie, was sie verspricht, als Bike-Jacke lässt sie sich gut belüften. Daher mein Fazit: die Investition lohnt sich! Preis: 199,95 €. Hm. Ansonsten wird’s schwer, ich finde es toll, dass CUBE Funktionsunterwäsche beispielsweise in Deutschland produziert, mag meine Mützen und kuschel mich gerne in unseren Decken. 🙂

Und welches Bike fährst du (am liebsten) – in welchem Setup?
Seit langer Zeit saß ich diesen Herbst / Winter mal wieder auf einem Hardtail. Mann, hab‘ ich das vermisst. Mein neues CUBE Access WLS ist eine richtige Maschine und fliegt wie von selbst die Trails hinauf. Besonderes Zuckerl: sogar der zierliche 13,5“ Rahmen ist aus Carbon!

Seit wenigen Wochen sitze ich allerdings dann doch „am liebsten“ auf meinem CUBE Sting WLS 140. Auch das gibt’s in der kleinen Rahmengröße 13,5“ und ich fühlte mich sofort wohl darauf. Dank kurzem Vorbau und vernünftiger Lenkerbreite fahre ich das Rad aktuell sogar 100% Standard-Setup – es ist also nix getuned, nur die Felgen habe ich Tubeless montiert.


(Fotos: Waldershof, Germany by Matt Wrag)


 

Wer ein wenig über dich recherchiert, dem wird es fast schwindelig vor so viel Aktivität. Du engagierst dich mächtig in der Bikeszene, führst das elterliche Unternehmen als Junior-Chefin, bloggst, twitterst, strickst und und und. Verrate uns, wann war dir das letzte Mal langweilig?
Vermutlich 2006, als wir auf dem Weg zum Skitraining im Stau standen. J Mir gefällt es irgendwie so viel zu tun zu haben. Ich muss zwar aufpassen, dass ich mich nicht verzettele, aber dennoch ist das Biken ja ein guter Grund mal rauszukommen und ich sammle dort viele Eindrücke und Erfahrungen, die mir auch beruflich weiter helfen. Ich denke umgekehrt ist das genauso.

Welche deiner Aktivitäten ist dir momentan am wichtigsten oder steht derzeit für dich im Fokus, warum?
Ich versuche alles irgendwie gleichzeitig zu schaffen. Das klingt vermutlich unvernünftig, aber gerade weil ich im Sport den Ausgleich zum Beruf finde, funktioniert es vermutlich. Es gehört irgendwie alles zusammen. Wenn ich im Unternehmen regionale Produktion bewerbe, muss ich auch privat hinter der Region stehen – alles andere ist nicht authentisch!

Lass uns mal von vorne anfangen: Du bist mit 14 Jahren von zuhause, einem kleinen Ort im Fichtelgebirge, weg ins Sportinternat nach Österreich, um Alpine Rennläuferin zu werden.  War das dein eigener Wunsch? Was hat dich getrieben? Und wie war das für dich – weg von zuhause?
Wenn du als pubertierender Leistungssportler gefragt wirst: Schule oder Sport? entscheidest du dich immer für „die bequemere Lösung“ die so bequem dann gar nicht war. Für mich zählte in dem Alter vor allem: Ich will Skifahren! Über Konsequenzen habe ich mir nicht so große Gedanken gemacht. Die ersten Wochen, weg von zu Hause waren hart. Das Training, die Schule, die Entfernung, einfach alles. Nach und nach erkennt man die Vorteile: man ist unter Gleichgesinnten, alle arbeiten an einem Ziel und alle wollen in die gleiche Richtung. Das schweißt zusammen und vom harten Trainingsalltag profitiere ich noch heute, wenn es mal schwierige Situationen zu meistern gilt.

Wie nahe bist du deinem Wunsch professionelle Rennläuferin zu werden gekommen? Und was hat dich dann am Ende doch  auf die Uni anstatt in eine Karriere als Rennläuferin getrieben?Lisa_FotoC_MarkusTonak
Knapp daneben ist auch vorbei. 🙂 Ich habe zwar zusammen mit Viktoria Rebensburg, der aktuellen Deutschen Nr. 1, trainiert und ein Zimmer geteilt, aber sie war halt immer ein wenig schneller als ich. Es gibt einen sogenannten „Amateurweltcup“ – also die 2. Liga. Diesen habe ich während meines Studiums für mich entdeckt. Da darf man nur starten, wenn man seinen Lebensunterhalt selbst verdient und / oder Student oder Auszubildender ist – Amateur eben. Dort teilzunehmen war ein besonderes Erlebnis, man traf immer dieselben interessanten Menschen, schloss internationale Freundschaften, bereiste die Alpen und fuhr „nebenbei“ hochklassige Rennen. Hier den Gesamtweltcup, die „kleine Kugel“ im Super-G sowie einige Einzelrennen zu gewinnen waren meine größten Erfolge über die ich mich freuen durfte. Nicht zu Studieren stand für mich außer Frage, dass man vom Amateursport nicht ansatzweise leben kann ist klar.

2012 warst du dann als neues «Scott Contessa Girl» plötzlich in der Bike-Szene da. Erzähl mal kurz, wie das kam und was genau eine „Contessa“ macht.
Ja, das war etwas plötzlich, hier kam einiges zusammen. Nach meiner „Skikarriere“ bog ich in den Tiefschnee ab und startete bei einigen Freeride World Tour Qualifier Events. So kam ich im Winter schon zu Scott. Zur gleichen Zeit lernte ich über FlowSister viele Bikerinnen und auch Karen Eller kennen. So kamen Delfine Byl und ich aus Innsbruck in das Contessa Team.
Ich würde mal sagen als Contessa ist man Wohlfühlcoach, auf Events dabei, technische Hilfe und ein wenig Mädchen für alles in weiblichen Fragen rund ums Bike.

Du warst 4 Jahre im Team und hast sicherlich eine Menge dabei erlebt. Was ist dir als besonders (toll, aufregend, erinnerungswert …) in Erinnerung geblieben?
Unser wahnsinnig aufregender Madeira-Trip im Sommer 2014. Wir waren eigentlich relativ selten alle zusammen auf dem Bike unterwegs. Da bleiben solche Trips schon in guter Erinnerung. Ich denke heute noch gerne an gemeinsame Ausfahrten, Trips und Shootings zurück.

Seit Dezember letzten Jahres steht dein Name nun für CUBE Bikes. Wie kam der Wechsel?
Ich entschied mich letztes Jahr die Textildruckerei im Fichtelgebirge zu übernehmen. Jedem erzählte ich immer, wie toll und wichtig doch unser regionales Partnernetzwerk ist. Außerdem möchte ich mich für die Region einsetzen und erzähle allen immer schön es bei uns doch ist. Hier einen regionalen Partner im Rücken zu haben ist traumhaft, dass es so schnell geht war eher überraschend. So habe ich natürlich mit einem weinenden Auge die lieben Scotties verlassen, Blicke aber mit einem strahlenden Auge auf die nächste Saison. Denn das Cube-Headquarter liegt in Radl-Reichweite – mit einigen guten Trails dazwischen.

Und wofür steht der Name CUBE für dich?
CUBE steht für mich für optimale und ehrliche Qualität zum jeweiligen Preispunkt. Wenn man sich die Bikes genauer ansieht merkt man schnell, dass hier nichts geschönt ist. Die Räder sind logisch und konsequent ausgestattet und am Ende stimmt der Preis. Außerdem gefällt mir die Firma an sich. CUBE ist noch immer Inhaber-geführt und dem gesamten Team liegt etwas am Bikesport. Das merkt man auch den Produkten an.

Was unterscheidet die CUBE Women von anderen Lady-Teams?
Fast lächelt man schon ein wenig darüber: Ach schau her, noch ein Women-Team. Und schon wird gemunkelt, wer von wem kopiert hat. Aber ist die Wertschätzung der Bikeindustrie gegenüber sportlichen Frauen nicht was Schönes? Downhillteams hinterfragt doch auch niemand!
CUBE Women sind aktuell Frauen aus allen Facetten des Radsports – jede mit einem anderen Background und anderem Lebensmittelpunkt, aber in der Faszination „bike“ vereint. Ich freue mich schon darauf die anderen CUBE Women kennen zu lernen – da gibt es sicherlich viel zu erzählen und vor allem: zu biken.

Was sind deine Aufgaben bei Cube? Und worauf davon freust du dich besonders?
Ich werde bei den Events dabei sein, verschiedene Touren guiden oder kleine Workshops anbieten. Außerdem stehe ich natürlich eher für die „weibliche Seite“ der Produkte. Ich freue mich jetzt erstmal darauf, das alles noch besser kennen zu lernen und auf die Zusammenarbeit

Was möchtest du dort von dir einbringen – was liegt dir am Herzen? Und wieviel Spielraum hast du dort?
Naja, dass ich sozusagen von nebenan bin schadet hier wohl nix. Ich kann ja einfach mal hinradeln, wenn mir was einfällt. 🙂 Hm, Spielraum. Ich denke mal, gute Ideen lassen sich immer umsetzen, die Firma ist voller junger Leute, da lässt sich sicherlich kreativ zusammen arbeiten.

Was hältst du grundsätzlich von Lady-Bikes und wie sind deine persönlichen Erfahrungen damit?
Solange es keine Blümchen hat… Man (frau) braucht vor allem ein Bike das passt. Ob das nun Lady ist oder nicht sei zunächst dahin gestellt. Ich bin mit meinen Bikes der WLS Serie jedenfalls TOP zufrieden und fühle mich nicht durch womöglich schlechtere Ausstattung oder Performance „diskriminiert“.

Wer „braucht“ ein Lady-Bike? Was rätst du anderen Frauen hier?
Bei jedem Einsatzbereich gibt es unterschiedliche Ansätze ein Bike „ladylike“ zu gestalten. CUBE Bikes der WLS Serie beispielsweise überzeugen mich vor allem, weil sie an Frauen jeder Größe denken. Für mich ist endlich (!) eine kleine Rahmengröße dabei die mit 13,5“ jeder noch so kleinen Frau genügen sollte und mit der Laufradgröße 27,5“ super abgestimmt ist. Auch größere Frauen finden dank sizesplit ihr Lady-Bike. Denn in größere Rahmen werden bei der WLS Serie 29“ Laufräder verbaut. Also kein Grund, ab 17“ wieder auf Herren-Modelle zu wechseln.

Hier sollte sich frau nicht von zu viel Technik abschrecken lassen und einfach in Ruhe (selbst) vergleichen. Das Angebot an Women-Camps und somit auch das Test-Angebot wächst. Nutzt das und hört in euch hinein – ihr müsst euch schließlich wohl fühlen, nicht der männliche Berater.

Was fehlt derzeit aus deiner Sicht am „perfekten Lady-Bike“ noch?
Habe ich schon erwähnt, dass ich aktuell auf dem CUBE WLS Sting 140 – nix getuned – unterwegs bin? 🙂

Wie erlebst du die Bikerinnen auf den Lady-Camps? Welche Klischees bestätigen sich dort, welche ganz und gar nicht?
Naja. Dem ein oder anderen Klischee begegnet man schon. Aber das macht es ja irgendwie zu dem bunten Hühnerhaufen, der es ist? Ein Klischee fehlt auf jeden Fall: Die bikende Zicke! Ich freue mich jedes Jahr wieder, mit Mädels unterwegs zu sein. Die Touren laufen super entspannt, ein wenig Chaos hier und da lässt sich wohl nicht vermeiden, aber meist sind alle happy und zufrieden. Wenn ich dabei Tipps und Tricks weitergeben kann umso besser.

Was für ein „Typ Bikerin“ bist du? Beschreib dich doch mal kurz …
Ich LIEBE technische Trails! J Ach, eigentlich mag ich alles. Ich fahre gerne Touren mit einigen Höhenmetern, cruise gerne auf dem Fatbike durchs verschneite Fichtelgebirge und wenn die Route vielversprechende Verpflegungsorte aufweist fahre ich auch gerne mal Rennrad.

Wohin entwickelt sich die „weibliche Bike-Welt“? Welche Trends spürst du hier?
Gute Frage. Vermutlich E-Bike? Ich denke, dass viele Frauen auf den Geschmack kommen werden, Ihren Männern mal bergauf einzuheizen.

Siehst du dich als Botschafterin oder Treiberin für diese Entwicklungen?
Treiberin auf keinen Fall. Wenn ich ein paar Frauen durch mein Tun zum Bikesport motivieren kann und die Szene dadurch größer wird, wäre das ja schon mal was. I’ll do my very best.

Auf welchen Events trifft man dich im Sommer 2016 noch?
Wir sind noch nicht ganz fertig mit der Planung, aber ich bin da ja flexibel. Fest stehen bereits die „FlowGaudi“ in Lenggries, natürlich das BikeFestival in Riva sowie die MOUNTAINBIKE Women Camps in Lermoos und Latsch.



 

Springen wir zu einem anderen Thema: Kreativität! Ist es ein ganz anderes Thema für dich – oder hängt das doch irgendwie mit deinem Leben als Sportlerin zusammen?
Biken ist gut zum Kopf frei bekommen, zum Entspannen, aber auch zum Nachdenken. Kreativität und Sport gehört auf jeden Fall zusammen und ich schöpfe in der Natur neue Energie, wenn nicht auch Inspiration.

2014 bist du zurück in die Heimat, um dort in das Unternehmen deiner Mutter einzusteigen. In der lokalen Presse konnte man dazu lesen „und so beschloss die 23-jährige Studentin, „mal was ganz Ausgeflipptes zu machen“ – nämlich sich dem Trend zur Abwanderung zu widersetzen, nach ihrem Master-Abschluss in ihre Heimat zurück zu kehren und irgendwann die Firma ihrer Mutter zu übernehmen.“ – wie „ausgeflippt“ war diese Idee für dich tatsächlich?
Als „ausgeflippt“ betrachteten diese Idee vor allem andere. „Aber du liebst doch die Berge, was willst du nun da oben?“ Und nicht ganz so unrecht hatten sie, denn nur wenige kehren wieder zurück in die „Heimat“. Ich habe mich aber wieder ganz gut eingelebt und lerne nach und nach die wunderbaren Seiten des Fichtelgebirges kennen. Sagenhafte Natur, zahlreiche Seen, kurze Wege, wenig Berufsverkehr und niedrige Lebenshaltungskosten überzeugen dann doch.

Ihr seid ein Textilunternehmen, das seit 25 Jahren ausschließlich regional produziert – und wenn man recherchiert – einen ganz besonderen „menschenfreundlichen Spirit“ zu haben scheint. Ist das so? Wie wichtig war dies für deine Entscheidung?
Einmal das Team bitte ans Mikrofon. 🙂 Ich denke wir sind mit unserem 9-köpfigen Team noch recht familiär aufgestellt. Die meisten sind seit vielen Jahren im Betrieb, Eine seit über 25 Jahren. Eingestellt: 1.9.1990 – mein Geburtsdatum. Wir fragen uns noch heute: Wer hat sie eingestellt? Meine Mutter war ja an diesem Tag eher beschäftigt…
Auf jeden Fall haben die Mitarbeiter meine Entscheidung mitbeeinflusst. Man entwickelt schon eine persönliche Bindung zu jedem einzelnen. Da ist die soziale Verantwortung gegenüber der in einem anonymen Konzern nicht zu vergleichen!

Du strickst und hast ein kleines Label namens „Stricklisa“. Stellst du all diese Sachen (auch heute noch) selbst her?
Ich habe zeitweise sogar mein Studium damit finanziert – die Stricknadeln waren dann im Hörsaal mit dabei. Aktuell verschmilzt das alles ein wenig, aber es hat trotzdem alles mit Handwerk, Wolle und Textil zu tun. Das Label „stricklisa“ integriere ich gerade step-by-step in das Unternehmen. Warum kann „stricklisa“ nicht auch zum Beispiel für eine flippig bedruckte Wolldecke stehen?! 🙂

Wie vereinst du das zeitlich,  das Unternehmertum und den Sport? Sicherlich keine einfache Aufgabe ….
Es lebe die Organisation. Irgendwie geht’s. Vielleicht auch, weil der Sport ein Grund ist, Feierabend zu machen? Ich habe schon viel um die Ohren, versuche aber mich immer mal wieder zu fragen, ob mir das alles so Spaß macht. Sport ist einfach im Alltag verankert, ich brauche Bewegung sonst werde ich wahnsinnig zappelig – so will mich dann eh keiner in der Firma haben.

Du hast in den „Sportjahren“ sicherlich viel über dich und andere Menschen gelernt. Was davon nützt dir jetzt im Job besonders viel?
Ich könnte mir vorstellen, ich wirke auf manche etwas hart oder abgestumpft. Aber das kommt eben mit dem Sport – da darf man sich halt einfach nicht so anstellen. 🙂 Wer mich deshalb weniger mag, muss eben damit leben. Im Job bringt das viel! Ich habe mit den unterschiedlichsten Menschen zu tun und immer muss man sich ein bisschen auf sein Gegenüber einstellen. Das ist schon spannend.

Das Fichtelgebirge ist für die meisten von uns wohl einer ein „weißer Bikespot“ du klingst aber sehr begeistert davon – mach mal ein bisserl Werbung: wie ist das Biken dort? Was gefällt dir besser als in den Alpen, was vermisst du?
Und dabei ist das Fichtelgebirge doch so „sagenhaft“! 🙂 Wenn ich mal Zeit habe schreibe ich glaube ich eine „Sagenhafte Trailmap“, die alle Sagen des Fichtelgebirges vereint und so auf den besten Trails durch die Region führt.

Ich würde mal sagen, es ist gemütlich hier. Natürlich gibt es keine Berge mit 3000hm Aufstieg am Stück, aber Höhenmeter summieren sich hier auch – keine Frage. Außerdem gibt es hunderte Steinbruchseen, viele davon sind leicht mit dem Radl zu erreichen und die kleinen Wirtschaften mit regional wechselndem Bier sind einfach der Wahnsinn. Man braucht auch nicht glauben, dass es sich nicht lohnt als Biker hier Urlaub zu machen! Das bullhead-Haus am Fuße des Ochsenkopf ist die perfekte Biker-Base und ein Szenen-Treff obendrein. Bikepark, Trails, Aussichtspunkte, preiswerte Übernachtung, gute Verpflegung, Badeseen, alles da. Mich würde es freuen, wenn man und frau „uns da oben“ mal besuchen kommen!

Achja. Es sei zu erwähnen, dass der Bierpreis für a Halbe wohlschmeckendes Zoigl auf 2€ begrenzt ist. Ja, es handelt sich um die Obergrenze. Ja, die wunderbaren Biergärten sind per Rad und Trail erreichbar.


(Fotos 1-3: Waldershof, Germany by Matt Wragg, Foto 4: Privat)


 

Welchen Rat möchtest du anderen Bikerinnen noch mit auf den Weg geben?
Hm. Gute Frage. Uns kann man ja nicht alle über einen Kamm scheren 🙂 Vermutlich wäre es aber: Macht bitte, bitte euer Ding und lasst euch nicht (von Männern) reinreden.

Und ganz zum Schluss die obligatorische Frage: Wie gefällt dir GIRLSRIDETOO.DE?
So viele BikerINNEN! Ich finde toll, was ihr macht, toll, wie ihr euch präsentiert. Eventuell könntet ihr noch mehr Frauen zusammen bringen? ZB über Fragen & Antworten? Sprich: „Hilfe, ich bin super klein, fahre aber gern All Mountain und Bikes mit 140mm Federweg?“ Antwort kommt dann entweder von GIRLSRIDETOO.DE, sofern ihr eine wisst, andernfalls kümmert ihr euch um die Lösung und fragt z.B. die Monatsfrauen um Rat? Ich würde dann antworten, dass das CUBE Sting WLS 140 total klein ist & in 13,5“ erhältlich. 🙂

 

Links:

SHARE IT:

Leave a Reply

You can use these tags: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>