Lisa Paarvio und ihr Traildog Tia (Foto: Mayhem Media)

Männliche Namen zieren die Foto-Credits der meisten Action Shots. Eine der wenigen Frauen, die es in die Männer-Domäne der Sport-Fotografen geschafft hat, ist Lisa Paarvio. Die schöne Deutsch-Finnin würde auch vor der Kamera ein gutes Bild abgeben, doch scheut sie das Blitzlicht und so gibt es kein einziges Bike-Foto der passionierten Sportlerin. Dafür hat sie aber umso mehr zu erzählen – über ihren Traumjob, ihren ganz persönlichen Stil und ihre große Liebe zu ihren vierbeinigen Freunden.

Wie bist du zum Mountainbiken gekommen?
Zum richtigen Mountainbiken kam ich, um ehrlich, zu sein erst ziemlich spät und durch meinen Freund Andreu Lacondeguy. Im Jahr 2013 hat er mich zum ersten Mal auf eine richtige Mountainbike-Tour mitgenommen. Klar bin ich davor auch schon Fahrrad gefahren, allerdings hatte das nur sehr wenig mit Singletrailrides, Endurorides oder Downhillrides gemein.

Was ist für dich das Schönste am Biken, das Besondere im Vergleich zu anderen Sportarten?
Ich liebe es sowieso schon mich in den Bergen aufzuhalten und zu wandern, doch das Ganze mit einem Fahrrad zu machen, macht einfach noch viel mehr Spaß. Man hat eine tolle Kombination aus einem eher anstrengenderen Teil, wo man sich selber fordern muss wenn‘s bergauf geht und wird dann aber anschließend mit einem tollen Downhill Teil belohnt. Oder man lässt sich gemütlich im Lift hochtragen und geht den Downhill Teil ein wenig flotter und extremer an. Sportbegeisterte Menschen im Allgemeinen ziehen mich sehr an, aber ich muss sagen, bei den Biker fühle ich mich ganz besonders wohl.

Was war dein schönstes Bike-Erlebnis?
Ich hatte einen unvergesslichen Singletrail Ride mit ein paar tollen Leuten in den Fjorden von Norwegen. Dieses Erlebnis und vor allem diese unvergesslichen Ausblicke werde ich nie vergessen!
Und dein schlimmstes?
Mein schlimmstes Erlebnis war definitiv einer meiner aller ersten Downhill Rides. Ich kam gerade zurück aus Crankworx in Whistler Canada und bin da schon fleißig die Downhill Trails gefahren und dachte dann als ich wieder zurück in Spanien war, dass ich es doch sicher wagen könnte, meinen Freund im Herbst nach Ende der Bike Saison mit meinem Enduro Bike auf den Downhill Trails zu begleiten. Doch  dabei bin zwei Mal ziemlich böse gestürzt. Die Bike Trails waren nach Ende der Saison total zerstört und voller großer Steine und Löcher. Mein Enduro Bike war dafür definitiv nicht die richtige Wahl. Und man muss dazu sagen, dass ich mich, nach dem perfekten Biketrails in Whistler ganz schön selbst überschätzt hatte. Haha

Verrate uns: Wie wird man professionelle Sport-Fotografin? Wie war das bei dir, du kommst ja ursprünglich aus einer ganz anderen Ecke…?
Ich habe eigentlich Sport-Physiotherapie studiert, musste mein Studium aber leider abbrechen da ich eine schlimme Allergie gegen Desinfektionsmittel entwickelt habe. Also musste eine Alternative her. Ich hatte vorher noch keine Kamera, aber schon immer eine sehr kreative Ader und mich daher dazu entschlossen, Fotografie zu studieren. Nach fast 4 Jahren in einer Werbeagentur beschloss ich dann, mich selbständig zu machen. Im selben Jahr habe ich mit der Sportfotografie begonnen. Es hat mich auf viele internationale Bike Events gezogen und mit der Zeit hat sich herausgestellt, dass ich ein echtes Talent für Actionshots habe und die Industrie meine Arbeit gut annimmt.

Gleich mal vorab: hast du deinen Traumjob damit gefunden?
Definitiv! Es gibt nichts Besseres für mich. Ich habe in Fotografie meine absolute Leidenschaft entdeckt und die Vielfalt, die Fotografie einem bietet, ist einfach unglaublich. Egal ob Sport, Events, Produkte, Mode, Natur oder Tiere… Es gibt so viele verschiedene Bereich in denen man sich kreativ austoben kann. Und mein Lebensmotto habe ich damit auch zu 100% umgesetzt: „Create your self a life you never have to take a vacation from.“

(Fotos: Felix Maler)

Wen oder was bzw. für wen oder was fotografierst du (am meisten/am liebsten)?
Ich fotografiere regelmäßig für FOX Head Europe, Shift MX und ebenfalls YT Industries. Continental Tires hat eines meiner Bilder für Ihre neue Haupt-Werbeanzeige für das Jahr 2017 gekauft. Des Weiteren fotografiere ich für Marken wie Sensus, DMR Bikes, Sweet Protection, BUFF und viele mehr. Ich bin unter anderem auch auf Bike Events wie der RedBull Rampage, Crankworx, der Festseries etc. unterwegs. Neben der Sportfotografie arbeite ich auch als Event Fotografin hier in Barcelona. Ich fotografiere viele Messen und Firmenevents. Hin und wieder schreibe ich sogar Artikel über Bike Events oder Interviews mit Fahrer für das Gravity Magazine oder habe auch mal das ein oder andere Foto in dem Freeride Magazin oder dem Mountainbike Rider etc. Auch Immobilien Fotografie zählt zu meiner Arbeit. Ich arbeite zum Beispiel mit Royalhills Experience in Frankreich zusammen, einem Motocross Traningslager, wo ich hin und wieder die Trainingsgelände sowie Ferienhäuser etc für die Webseite fotografiere.

Hast du dich von vorn herein auf bestimmte Sportarten festgelegt oder hat sich das einfach so entwickelt?
Es hat sich eigentlich mehr oder weniger einfach so ergeben. Ich fahre selber auch aktiv Ski und Snowboard und surfe, habe mich lustiger Weise aber noch nie so 100% an diesen Sportarten mit der Fotografie probiert.

Ist Mountainbiken eine Sportart die sich gut in Szene setzen lässt?
Beim Biken ist mein großer Vorteil, dass ich von Anfang an in sehr engem Kontakt mit den Fahrern stand und unter anderem auch mit den besten Bike-Fotografen der Welt zusammen arbeiten durfte. Ich hatte gute Lehrer und habe immer sehr gute Tipps von allen bekommen, damit ich weiß worauf es bei einem Bike Foto wirklich ankommt.

Worauf kommt es bei einem guten Bike-Foto an?
Ich habe ganz schnell gelernt, dass es erstmal am wichtigsten  ist, „welcher Fahrer sich auf dem Foto befindet“. Um deine Bilder verkaufen zu können, kommt es nicht nur auf die Bildqualität an, sondern viel mehr darauf, dass eine Person, welche von hohem Interesse für die Bike-Industrie ist, sich auf dem Bild befindet. Die Bildqualität sollte aber natürlich auch stimmen ;). Eine gute Komposition (Goldener Schnitt und so weiter), tolles Lichtspiel (ich versuche immer, mit den natürlichen Gegebenheiten zu spielen, statt von mit künstlichem Licht zu arbeiten), Farbkombinationen (rot auf grünem Hintergrund und so) und zu guter Letzt natürlich viel Action.

Du bist selbst eine leidenschaftliche Sportlerin. Was denkst du: ist das eine Voraussetzung, um gute Sport-Fotos zu schießen? Und muss man die jeweilige Sportart selbst (gut) kennen/können, um „das Spezielle“ davon in Bildern einfangen zu können?
Oh ja definitiv. Wenn man eine Sportart gut in Szene setzten möchte, muss man die Sportart zumindest kennen und etwas davon verstehen. Ich denke nicht, dass es notwendig ist, selber ein guter Fahrer in der jeweiligen Sportart zu sein, jedoch muss man eine gewisse Ahnung davon haben. Gerade wenn es zum Beispiel um die Tricks geht. Man muss die Tricks kennen und wissen, wann der richtige Moment ist, um den Trick richtig in Szene setzten zu können.

Was die wenigsten wissen: Du warst mal Profi-Springreiterin – fotografierst aber keinen Pferdesport. Wie kommt das?
Ja das stimmt. Gute Frage. Irgendwie hat es mich bis jetzt noch nie so wirklich gelockt, den Pferdesport zu fotografieren. Und zur damaligen Zeit, in der ich noch aktiv an internationalen Turnieren teilgenommen habe, gab‘s noch keine Kameras und Fotografie in meinem Leben.

Wie fit und fahrtechnisch versiert muss man als Bike-Fotograf selbst ein, um mitkommen/mithalten zu können?
Hängt davon ab, was man fotografieren will. Meistens ist es dir möglich, die Trails abzulaufen, und es ist nicht wirklich notwendig, selbst zu fahren. Ich bevorzuge das auch, denn mein Rucksack ist sehr sehr schwer und das schränkt schon ziemlich beim Fahren ein. Außerdem bin ich keine gute Fahrerin. Haha
Aber viele meiner Kollegen sind selber sehr gute Fahrer und gehen hin und wieder für Shootings mit Ihren eigenen Bikes mit.

Was wiegt dein Equipment? Und wie kommt das auf den Berg bzw. zum Foto-Spot?
Also wenn ich wirklich alles mitnehme, darunter befinden sich zwei Vollformat Kameras, 6 Objektive und Blitze, manchmal auch ein Mac Book, dann wiegt mein Rucksack so knapp an die 30 Kg. Und den trage ich selber auf meinem Rücken durch die Gegend. Manchmal hat man Shuttle Rides in Autos, auf Quads oder Motos, in Helis oder im Lift. Allerdings nimmt dir das nur einen kleinen Teil ab, den Rest vom Tag trage ich dann doch wieder meinen Rucksack auf meinem Rücken durch die Berge.

Könnte das ein Grund sein, warum unter den meisten Sport-Fotos ein männlicher Name steht? Ist das überhaupt so oder nur meine Wahrnehmung?
Ja das stimmt. Ich würde sagen, dass es zu 95% wirklich Männer sind, die in der Sportfotografie tätig sind. Vieleicht hat das auch etwas damit zu tun, dass die meisten Mädels und Frauen sich dann doch eher für Mode und Models interessieren, anstelle von den ganzen Tag bei Wind und Wetter im Dreck rum zu rollen und super schweres Equipment in den Bergen mit sich rum zu tragen.

Wie hart umkämpft ist der Sport-Fotografen-Markt und wie einfach oder schwer ist es, vom Fotografieren (gut) leben zu können?
Der Radsport ist wie alle anderen Sportarten natürlich sehr stark umkämpft. Wir sind viele Fotografen, die in der Bike Industrie tätig sind. Vor allem Männer – haha. Die von mir so lieb genannten „alten Hasen“. Die Konkurrenz ist groß und schläft nie. Ich stehe in sehr guten Kontakt zu allen Bike Fotografen und bin immer wieder begeistert wie gut sie eine „Dame“ in ihrem Sport akzeptieren. Im Großen und Ganzen ist es glaube ich nie leicht, wenn man selbständig ist, egal in welchem Bereich man tätig ist. Kein festes monatliches Einkommen heißt immer kämpfen, jeden Tag aufs Neue. Rechnungen bezahlen sich schließlich nicht von alleine.

Du sagst von dir selbst, „ich hasse Social Media“. Woher kommt das? Und geht es heutzutage in deinem Beruf überhaupt noch „ohne“?
 Ich bin wirklich kein großer Social Media Fan. Ich verstehe einfach den Sinn nicht hinter diesen ganzen „im Spiegel und halb nackt Selfies“, die Mädchen heutzutage mit der ganzen Welt teilen müssen, genauso wenig wie dauernd sein Essen zu posten etc. Am traurigsten finde ich es aber, dass wir alle nur noch an unseren Handys im Social Media hängen, anstelle von echten Konversationen mit den Menschen  in unserem Umfeld zu haben.
Ok, ich selber nutze Instagram für meine Fotografie und ich weiß nicht, ob es zwingend notwendig ist, aber es kann einem auf jeden Fall helfen. Social Media ist stärker als je zuvor. Und viele meiner Sponsorships etc. kommen daher, dass ich ein relativ starkes Instagram Profil mit einer starken Audience habe.

Hast du ein Vorbild bzw. wer ist dein Lieblingsfotograf?
Ich bin ein totaler Fan von Chris Burkhard!!! Er ist ein Outdoor, Adventure und Travel Fotograf. Um genau zu sein einer der weltbesten! Ich liebe seine Arbeit, hatte aber leider noch nie die Möglichkeit, ihn persönlich kennen zu lernen. Aber hoffentlich eines Tages! Er bietet Fotoreisen in verschiedenen Ländern an. Vielleicht hänge ich mich da diesen Winter mal ran. 🙂

[Fotos: Lisa Laarvio, Fahrer: Andreu Lacondguy, Andreu Lacondguy & Luis Lacondguy, Cam Zink, Robbie Bourdon]

Was macht deine persönliche „Handschrift“, deinen ganz speziellen Stil aus? Und wie viel „Weiblichkeit“ steckt darin?
Hmmm Weiblichkeit? Ich glaube, das ist schwierig mit einzubauen. Ich liebe es, mit natürlichen Gegebenheiten kreativ zu werden. Man sieht mich eigentlich nie mit einem Blitzlicht arbeiten. Lieber warte ich ein paar Minuten länger, bis sich die Wolken verzogen haben und die Sonne wieder rauskommt, anstatt mit künstlichem Licht zu arbeiten. Auch meine Bildbearbeitung hält sich in Grenzen. Ich bearbeite/ korrigiere wirklich nur das Nötigste. Licht, Farbe, Kontrast und Schärfe. Das war‘s in der Regel schon.

Worauf achtest du, wenn du ein Foto machst, was ist dir wichtig?
Komposition und Aktion sind mir sehr wichtig (im Sport Bereich). Ich liebe eine tolle Bildanordnung und auch, wenn man viel mit der Umgebung spielt und sie mit einbaut. Glücklicherweise finden meine Sportarten in der Natur statt, was einem immer wieder aufs Neue tolle Möglichkeiten bietet.

Weißt du schon beim Auslösen, ob ein Foto toll wird oder stellt sich das meist erst später raus?
Das seh ich schon beim Auslösen. Nach einem Fotoshooting habe ich die Bilder schon genau in meinem Kopf, die was geworden sind!

Hast du ein persönliches Lieblingsbild? Wie sieht das aus und warum gerade dieses?
Ich habe viele Lieblingsbilder um genau zu sein. Haha. Allerdings gefällt mir ein Bild ganz besonders. RedBull Rampage 2014. Trainings Tag 2 geht dem Ende zu. Die Sonne verschwindet gerade hinter dem Horizont, als Andreu einen seiner besten Tricks raushaut. Einen Superman. Ich hatte kein Blitzlicht daher ist es eine tolle Silhouette mit einem wirklich epischem Hintergrund. Definitiv eins meiner Lieblingsbilder bis jetzt.

Und gibt es einen Ort, den man auf deinen Bildern immer wieder findet, hast du eine Lieblings-Location?
Lieblings-Location nicht wirklich. Im Gegenteil. Ich bin eigentlich immer froh, wenn ich neue Locations finde und damit herum experimentieren kann.

Wie fotografierst du: Serie oder ein Bild an einem definierten Punkt?
Ich liebe es, an einem definierten Punkt auszulösen. Es ist immer wieder eine Challenge, den richtigen Moment zu finden. Gerade bei Tricks. Allerdings bieten sich Serienshots sehr gut an. Man verpasst den Moment nicht und hat zu gleich die Möglichkeit, im Nachhinein Serien Aufnahmen zusammen zu basteln. Früher gab es das Problem, dass Kameras nicht schnell genug waren, wenn es um Serien Aufnahmen ging. Es konnte also schon mal vorkommen, dass man in einer Serien Aufnahme ausgerechnet den Hauptmoment des Tricks verpasst. Mittlerweile sind die Kameras mit 11 Bildern pro Sekunde allerdings so schnell, dass das nicht mehr vorkommt.

Gutes Stichwort: Welche Kamera(s) verwendest du?
Ich habe zwei Vollformat Kameras. Einmal die Nikon D4s (Mein absolutes Lieblingsstück, super schnell und prezise) und meine Nikon D810 (Toll für alles was sich nicht schnell bewegt. Sie ist etwas langsam hat aber eine tolle Umsetzung der Farben, Kontraste und eine enorme Bildqualität)

Erzähl mal, wie läuft so ein Sport-Fotoshooting ab: Bist du alleine mit dem/den Model(s) unterwegs auf der Suche nach schönen Spots und fotografierst dann dort ganz spontan? Oder reist da ein ganzer Trupp mit an und es ist vorher alles genau geplant?
Ich bevorzuge es, meine Shootings alleine mit den Models zu machen. Meistens wird vorher organisiert wie wo wann und was und dann geht’s los. Es kann aber auch vorkommen, dass ein ganzer Trupp mitkommt. Das ist dann meistens ein wenig unentspannt. Am liebsten fahre ich mit Andreu rum und finde neue Spots an denen wir spontan anhalten und Shooten!

Bist du „nur“ der Fotograf oder übernimmst du bei Shootings auch noch andere Rollen (z.B. die des „Motivators / Aktivators“. Oftmals müssen die Models manche Passagen ja recht oft fahren bis das passende Bild geschossen ist…  – oder auch ganz andere)?
Neben Fotograf bist du auch immer Organisator und klar hin und wieder muss man die Jungs auch motivieren. Aber wenn man von vornherein alles gut plant, klappt das. Und eine gute Portion an Spontanität ist immer hilfreich und notwendig.

[Fotos: privat]

Du bist eine große Hundliebhaberin: hast du selbst einen „Traildog“, der dich auf deine Fototouren begleitet? Erzähl mal ein bisserl was über ihn…
OMG ich liebe Hunde! Sie sind einfach die besseren Menschen. Ich habe zwei. Unsere gute Seele im Haus ist „Whip“ wir haben ihn im November 2015 hier in Spanien adoptiert und er ist einfach der beste Hund den man sich wünschen kann. Ein 1 ½ Jahre alter Labrador Mischling und durch und durch ein ausgelassener Charakter! Und er liebt es mit uns Biken zu gehen! Die zweite ist „Tia“ unser „verrücktes Huhn“. Eine 1 Jährige Husky/ Schäferhund Mischlings Hündin aus Andalusien. Sie ist einfach nur total verrückt und hyperaktiv. Das komplette Gegenteil von Whip. Wenn sie nicht jeden Tag ein paar Stunden am Fahrrad rennen kann, stellt sie dir Haus und Garten auf den Kopf.

Wieviel Zeit verbringst du vor der Kamera, wieviel am PC mit Nachbearbeitung – wie ist da das Verhältnis?
Meistens nimmt die Nachbearbeitung mehr Zeit in Anspruch wie das eigentliche Shooting. Den meisten Zeitaufwand hat man eigentlich nur am Anfang, wenn es darum geht die im Shooting entstandenen Bilder (gerne auch mal über die 2000 Bilder) durchzuschauen und vor zu sortieren. Wie gesagt, ich bearbeite die Bilder meistens nur mäßig. Aber es kann schon mal ein paar Stunden dauern, bis man alles in Reih und Glied hat.

Hast du vielleicht den einen oder anderen Tipp für Hobby-Fotografen, wie gelingen kann, dass ein Bike-Foto richtig gut rüber kommt? Geschwindigkeit, Steilheit und Dynamik lassen sich ja meist nicht ganz so einfach einfangen ….
Es gibt verschiede Möglichkeiten ein gutes Bike-Foto zu machen. Wenn man die Geschwindigkeit betonen möchte, kann man mit dem sogenannten „Mitziehen“ arbeiten. Im Englischen auch „Panshots“ genannt. Dadurch kommt Geschwindigkeit so richtig gut zur Geltung. Allerdings braucht das ein wenig Übung. Steilheit und Dynamik…
Ansonsten: Nicht immer stehen und draufhalten. Nehmt euch Zeit und schaut euch um. Manchmal hilft es auch, sich hinzulegen und von unten zu fotografieren. Oder mal durch ein paar Gräser, Blumen; Büsche hindurch.

Viele Fotografen stehen deutlicher lieber hinter der Kamera als davor. Wie ist das bei dir?
Oh ja! Ich bin richtig kamerascheu! Deswegen gibt es von mir nicht wirklich viele Fotos. Außer man fotografiert mich so, dass ich nix davon mit bekomme.

Gehst du auch mal ohne Kamera im Rucksack sporteln?
Ich gehe sehr oft ohne meine Kamera los. Ich fotografiere gerne und es ist nicht nur meine Arbeit sondern auch meine große Leidenschaft. Aber manchmal ist es schön, wenn Erinnerungen nur in deinem Kopf existieren. Außerdem ist es ganz schön anstrengend, immer das ganze Equipment mit dir rum zu schleppen.

Du lebst derzeit in Spanien: Wie hat es dich dorthin „verschlagen“?
Ich bin durch meine große Liebe nach Spanien gekommen. Mein Freund und Profi Biker Andreu Lacondeguy ist von hier. Ich bin, was meinen Job angeht sehr flexibel und daher war es für mich nie notwendig, an einem bestimmten Ort leben zu müssen und, um ehrlich zu sein, liebe ich Spanien. Die Menschen, die Mentalität, das Wetter. Einfach perfekt.

Wofür begeisterst du dich sonst noch?
Ich liebe es zu kochen. Gutes gesundes Essen ist nicht nur gut für deinen Körper, sondern auch für deine Seele. Beim Kochen kann man sich richtig kreativ ausleben und das Beste ist, wenn ich für mehrere Leute kochen kann und anschließend die begeisterten Gesichter sehe!

Meine zweite große Leidenschaft ist das Wandern. Ich kann Stunden, Tage lang durch die Berge wandern. Am besten alleine mit meinen Hunden. Die Düfte der Natur riechen und den Gesängen der Vögel/ Wälder/ Bäche etc. lauschen. Da bin ich am glücklichsten.

Zum Schluss noch kurz: Welches Bike fährst du (am liebsten)?
Ich habe von meinem Freund zwei Fahrräder bekommen. Sein YT Tues 2.0 Downhill Bike mit welchen er die Rampage 2014 gewonnen hat und ein YT Wicked Enduro was ich auf den Single Trails und für die Enduro Rides mit meinen Hunden benutze.

Hier die komplette Ausstattungsliste:
Also als erstes mein YT Tues 2.0: Rockshox Boxxer World Cup Dämpfer, Rockshox Vivid Coil Shocks, Lenker: Renthal Fatbar High Raise, Grips: Sensus „Disisdaboss“ Andreu Lacondeguy Signature Series, Hope Dm Stem 50mm, Sram X01 DH transmisson ohne Chainguide, DMR Vault Andreu Lacondeguy Signature Series Pedale, Bremsen: Avid Code, 26“ Continental Der Kaiser Project 2.4 Reifen und die Felgen sind von Mavic EX721. Also das volle Rampage winning Setup.

Mein YT Wicked: Horquilla Rockshox Pike RCT3 26”, Monarch Plus RC3 Shock Rockshox, DMR Vault AL Signature Pedale, Sensus Grips “Disisdaboss”,  26” Hope Tech Enduro Felgen,  Continental trail King 26” Reifen, Raceface Atlas Lenker 800mm rot, Raceface Turbin Kurbel Rot, Raceface Turbin Vorbau 31.8 rot

Ganz wichtig! Beide meiner Bikes sind 26“!!! Ich bin nicht allzu groß und fühle mich auf 26“ um einiges wohler wie auf 27.5“.

Was sind deine 3 Lieblingsprodukte rund ums Biken?

  • Ich liebe meinen Fox Rampage Pro Carbon Cauz Helm. Für mich das wichtigste Feature beim Biken! “Always have fun but stay safe.”
  • Mein Five Ten Freerider Women’s Schuh. Tolles Design und er gibt mir den richtigen Halt auf den Pedalen.
  • Meine Sensus „Disisdaboss“ Andreu Lacondeguy Signature Grips. Geschmeidig in der Hand und trotzdem     ein toller Halt. (Und ich liebe diese Farben)

Welchen Rat möchtest du anderen Bikerinnen noch mit auf den Weg geben?
Habe Spaß. Versuche nicht zu viel auf einmal zu wollen. Wagst du zu viel, kann es mit Schmerzen enden. Gehst du es hingegen gelassen und easy an, wirst du auf jeden Fall eine Menge Spaß haben.

Und: Wie gefällt dir GIRLSRIDETOO.DE (ganz ehrlich, gerne auch konstruktive Kritik ;-))?
Ich kannte eure Seite um ehrlich zu sein noch gar nicht, habe mich aber natürlich damit befasst nachdem das Interview mit euch anstand. Und ich muss sagen: ich bin begeistert. Coole interessante Artikel und Events wo auch wir Girls was von haben. Thumbs up! Weiter so. 🙂

Links:

https://www.lisapaarvio-photography.com/
https://www.instagram.com/lisapaarviophotography/

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