Schon zwei Mal wagte Moni mit 15 Oberstufen-Schülern eine Bike-Transalp, ein drittes Mal ist gerade in Planung. Über ein Jahr Vorbereitung gönnen sich die Lehrerin, ihr Kollegen-Team und ihre Schüler dabei jeweils, damit am Ende ein unvergessliches Erlebnis für alle steht.
Erlebt man Moni im Gespräch, wie sie lacht, strahlt und geradezu übersprudelt vor positiver Energie, so nimmt man ihr die Rolle des Motivators im Team sofort ebenso ab wie ihre große Freude, den Jugendlichen durch das Projekt wirklich etwas fürs Leben mitgeben zu können. Und auch sie selbst hat unterwegs ihren Spaß am Mountainbiken entdeckt …

Moni, wie bist du zum Mountainbiken gekommen?
Ich hab früher allen möglichen Sport gemacht, vor allem aber Turnen und Siebenkampf. Irgendwann fühlte ich mich dafür zu alt, mein damaliger Freund und jetziger Mann ist Rennrad gefahren und ich dachte mir, das probier ich einfach aus. Ich fand den Sport gleich so faszinierend, dass ich dabei blieb! Anfangs hatte ich noch so ein richtig cooles altes Radl mit Gangschaltung am Rahmen unten, aber da hab ich bald aufgerüstet ….

Zum Mountainbiken hat mich dann der Kollege, mit dem ich auch die Transalp organisiere und fahre, gebracht. Er hat mich einfach mal zu Touren mitgenommen – und was soll ich sagen, ich war begeistert! Naja, um ehrlich zu sein, war es anfangs so, dass ich mir bergauf wie eine lahme Ente vorgekommen bin! Ich dachte immer, mein Gott, du trittst und trittst und kommst nicht vorwärts!!! Mit dem Rannrad läuft es bergauf einfach besser … Aber ab dem Moment als ich mich auf das langsamere Bergtempo eingestellt hatte, war ich vom Virus infiziert!

Was ist für dich das Schönste am Biken, das Besondere im Vergleich zu anderen Sportarten?
Man ist draußen! In der Natur! Ich sag immer, ich bin so ein richtiger Sightseeing- Radler – es gibt nichts Schöneres als fremde Länder und Natur mit dem Bike zu erkunden! Fast Hinter jeder Kurve wartet ein neuer Ausblick und das Tempo erlaubt einem, die Umgebung so richtig aufzunehmen! Für mich gehört auch die Einkehr immer mit dazu, und das am liebsten in kleinen landestypischen Bars. Wenn man mit dem Bike ankommt, dann kommt man sofort mit den Leuten ins Gespräch und lernt nicht nur Land, sondern auch Leute kennen!

Abgesehen davon, ist es ein super Sport um richtig fit zu werden!

Ach ja, und ratschen kann man während des Radelns auch – wir haben so eine richtig nette Mädelsrunde, fahren immer Zweierreihe, wechseln regelmäßig durch und am Ende der Tour konnte jeder mit jedem ratschen und hat gleichzeitig noch Sport gemacht – und das an der frischen Luft! Es gibt doch nichts Besseres!

Was war dein schönstes Bike-Erlebnis?
Es gibt zwei ganz unterschiedliche schönste Erlebnisse. Das eine war zusammen mit meinem Mann. Wir waren ein paar Tage in Nizza und hatten natürlich die Radl dabei. Mein Mann fragte mich schon im Vorfeld, ob es ok sei, wenn er einen Tag radeln geht, er wollte nämlich vom Meer aus auf den Col de la Bonette (2802m), den zweithöchsten asphaltierten Alpenpass fahren, und dann natürlich wieder zurück. Ich hab kurz überlegt und dann gesagt, du, ich fahr einfach mit! Diese Tour war der Wahnsinn, wir kamen absolut an unsere Grenzen, wollten schon aufgeben …. Nach den ersten 90 km (ca. 1300 hm), die nur bergauf gingen waren wir in Saint- Etienne- de- Tinee. Nach einer kurzen Einkehr trennten wir uns, hier fing nämlich der eigentliche Pass an und unser Bergtempo passte einfach nicht zusammen. Ich war fix und fertig von der zermürbenden Auffahrt, aber ich wollte es unbedingt schaffen! Im Anstieg kam ich dann überraschenderweise total in den Flow und flog quasi hinauf! Oben dachte ich: WOW, du hast es geschafft! Ab jetzt geht es nur noch bergab …. Aber die Auffahrt steckte so in meinen Knochen, dass die Rückfahrt (es waren immerhin noch 120 km) das Allerletzte von mir abverlangte! Als wir dann aber wieder in Nizza am Meer standen, war es ein unbeschreibliches Gefühl: total kaputt, müde, aber überglücklich!!!
Das andere schönste Erlebnis war die Transalp mit den Schülern – vor allem die Ankunft am Gardasee: Wenn nach einer anstrengenden Radlwoche sämtliche Verantwortung abfällt und sich die Schüler freudestrahlend in den Armen liegen …
Und dein schlimmstes?
Mein schlimmstes Erlebnis war auf Gran Canaria. Ich war im Urlaub im südlichen Teil der Insel und bin viele Touren bei schönstem Wetter gefahren. An einem Tag sind wir mit dem Auto in den Norden, um dort eine Tour zu fahren. Auf der Autofahrt dachte ich mir schon, oh wei, im Norden ist es ganz schön wolkig, hoffentlich schlägt das Wetter nicht um! Ich hatte nämlich nur eine dünne Windjacke dabei! Die Bike- Tour ging erst einmal 1500 hm fast nur bergauf, es war wunderschön, traumhafte Natur und kleine Dörfer! Etwa auf unserem höchsten Punkt angelangt fanden wir eine super Bar, in der ich dann die besten Tapas ever gegessen habe (beim Biken schmeckt´s eh schon immer besser, aber die waren wirklich der Hammer). Während des Essens hat das Wetter aber auf einen Schlag umgeschlagen:  Sturm mit richtigem Prasselregen und einem riesigen Temperatursturz – und wir hatten nur die dünnen Windjacken dabei und es ging nur noch bergab! Ich hab in meinem ganzen Leben noch nie so gefroren, wie auf dieser Tour! Ich hab versucht, gegen Bremswiderstand zu treten, um wenigstens ein bisschen warm zu werden, aber meine Finger waren so eingefroren, dass ich weder bremsen, noch die Finger wieder öffnen konnte! Die Knie haben so geschlottert, dass es schwierig war, zu fahren! Ich musste daher oft stehen bleiben, um mit Armkreisen und Hüpfen zumindest wieder so weit zu, kommen, wieder ein paar Meter weiter fahren zu können. Auf so einer Abfahrt lernt man viel über sich.

Welches Bike fährst du (am liebsten)?
Ich fahre alle Bikes gerne – die Abwechslung macht´s aus! Wenn ich alleine oder mit Freunden von zu Hause aus fahre, dann nehme ich den Renner, wenn meine Tochter dabei ist, dann Mountainbike und Anhänger und in die Arbeit fahre ich dann mit dem Trekking- Bike ….

Mountainbike: Handtail, Corratec, X- Vert S 0.2 650b

Rennrad Cube Axial GTC SL 50 mit Shimano Ultegra Compact- Schaltung

Was sind deine 3 Lieblingsprodukte rund ums Biken?
Ich bin seit August 2015 Mama, und da ich auf das Biken nicht verzichten möchte, steht der Tout Terrain Singletrail- Fahrradanhänger an erster Stelle. Er hat 20 cm Federweg, Fünfpunktgurt und läuft super!

Mein grüner Radlhelm (Specialized) der ist total angenehm zu tragen, schaut super aus und ich fühle mich einfach sicherer

Meine Windjacke: sie hat ein ganz kleines Packmaß und wenn ich mal ohne Rucksack unterwegs bin, dann hab ich sie immer dabei – und sie hat mich schon oft gerettet!

[Fotos: privat]

Kannst du uns einen kurzen Überblick zu eurem Transalp-Projekt geben: Wie wurde das geboren, was ist die Idee dahinter?
Schüler in der gymnasialen Oberstufe dürfen ein Projektseminar wählen. Um Projektmanagement kennenzulernen, sollen sie ein Projekt planen, durchführen und im Anschluss präsentieren. Mein Kollege – ein Sportlehrer und Mountainbiker aus vollem Herzen – hatte die Idee, dass man als Projekt ja auch eine Mountainbike Transalp nehmen könnte, und hat uns das in einer Fachschaftssitzung vorgestellt. Die Schulleitung (die Co-Rektorin hat uns bei der zweiten Tour sogar einmal ein paar Tage mit dem Bike begleitet) und ich waren sofort  mit dabei.
Die Schüler müssen dabei die gesamte Alpenüberquerung selber organisieren, fahren und am Ende präsentieren – und das, wo sie ja noch gar keine Ahnung vom Thema Biken oder Transalp haben. Wir haben dann ein halbes Jahr (von Februar bis Juli) Zeit, das Ganze mit den Schülern im Klassenzimmer zu planen.

Was ist deine Rolle beim „Projekt Transalp“?
Einmal pro Woche sitze ich mit den Schülern 1,5 Stunden im Seminar zusammen. Am Anfang machen wir meistens ein Brainstorming und überlegen, was alles dazugehört. Das war beim ersten Mal ganz schön viel und ganz schön unübersichtlich, vor allem, weil das für mich ja auch alles ganz neu war. Mit meinem Kollegen, der die Idee hatte, habe ich mich deshalb mindestens einmal in der Woche zusammengesetzt und gemeinsam überlegt, was wir noch vergessen haben könnten.

Die Strecke selbst plant mein Kollege – das kann man den Schülern nicht überlassen. Aber den Rest machen die Schüler selbst: Die Buchung der Unterkünfte, Trainingspläne, die eigene Vorbereitung. Sie besuchen 1. Hilfe-Kurse und gründen eine Technik-Gruppe, die schaut, was kann bzw. muss ich am Bike alles machen, wie richte ich was. Hinzu kommt Öffentlichkeitsarbeit und die Finanzierung der Tour, inklusive Sponsorensuche und -betreuung. Wir haben jetzt wieder Helme und Trikots bekommen … die sind da echt dahinter, dass wir alles Mögliche auftreiben – sogar Geldbeträge.

Ich bin meist zu 250% damit beschäftigt, den Schülern hinterher zu mailen und zu „WhatsAppen“ und jeden Schritt zu kontrollieren, damit sie nichts vergessen. Wir bilden Teams und jede Woche im Seminar gibt es eine Präsentation damit wir sehen, was die einzelnen Teams bereits geschafft haben.  Wir erstellen Arbeitspläne und Ablaufpläne und ich überwache das alles. Ich bin quasi der Chef 😀

Um die Auswahl der Schüler kümmerst du dich ebenfalls. Wie läuft das ab?
Genau, wir drei (2 männliche Kollegen und ich) die die Transalp gemeinsam mit den Schülern fahren, wählen die Teilnehmer aus. Die Schule stellt für unsere 150 Schüler 10 Projekte zur Auswahl, jeder Schüler darf sich bewerben und wir dürfen 15 Schüler für unser Projekt auswählen. Wir waren und sind in der glücklichen Lage, dass sich für das Projekt von Anfang an ausreichend viele beworben haben – sicher auch wegen der tollen Präsentation, die die Teilnehmer im Nachgang an die Transalp immer erstellen und die unser Projekt schul- und gemeindeweit bekannt gemacht hat. Im ersten Jahr waren es 23, im zweiten bereits 29 und diesmal waren es sogar 33. Das ist super und für das Gelingen des Projektes Gold wert. Wir können uns die Teilnehmer echt aussuchen und Rabauken z.B. nehmen wir erst gar nicht mit.

Etwa 1,5 Jahre vorher fahren wir dazu dann eine sogenannte „Try Out-Tour“ mit den Bewerbern – das findet jetzt dann im April gerade wieder für die Transalp 2018 statt.  Da schauen wir uns die Leute an, wie die auf dem Rad sitzen, wie sie sozial drauf sind. Man kann natürlich nicht auf einer Tour 30 Leute beobachten, aber wir haben das Glück, dass wir sehr viele Schüler schon aus dem Unterricht kennen.

Unser wichtigstes Kriterium: Sie müssen fit sein, denn wir können es nicht leisten, unfitte Schüler so weit zu trainieren, dass sie über die Alpen kommen, das geht nicht. Von den 15 sind zumeist zwei bis drei schon mal auf dem Bike gesessen oder schon mal mehr geradelt, der Rest sind einfach sportliche Schüler, die mehrmals pro Woche Schwimmen oder Fußball spielen. Der Großteil hat also null Ahnung vom Biken.
Wir achten auch sehr auf eine gleichmäßige Verteilung der Geschlechter; das tut der Gruppe gut. So sind meist sieben oder acht Mädels mit dabei. Es bewerben sich erfahrungsgemäß zwar schon eher zwei Drittel Jungs, aber wir können bei den Mädels schon auch auswählen. Wir haben auch schon welche mitgenommen, die zwar nicht so fit, dafür aber lustig sind und sich durch nix abschrecken lassen – und damit der Gruppe einfach gut tun.

Wir geben uns echt immer viel Mühe, die Schüler auszuwählen. Denn es ist das A und O, dass du ein Team hast, das harmonieren kann. Die Schüler kennen sich ja zum Teil gar nicht und müssen unterwegs erst zusammenwachsen. Die Auswahl ist der Grundstock, damit das gelingt.

Wie habt ihr die Schüler „Bike-fit“ gemacht?
Bei den Schülern musst du von Anfang an fangen, ihnen zeigen: Wie stell ich meinen Radl ein, Sattelhöhe, Sattelneigung, Trettechnik, Click-Pedale… also wirklich diese ganzen Grundskills. Dann haben sie mit dem Sitzen Probleme, mit dem Rücken, mit den Knien – das muss man alles in den Griff kriegen. Im ersten Jahr mussten wir – meine zwei Kollegen und ich – selbst all diese Grundlagen vermitteln. Seit vier Jahren bietet nun die Frau meines Kollegen begleitend das Wahlfach Radsport für alle Teilnehmer des Projektes an. Die Schüler treffen sich dabei über sechs Monate hinweg sechs, sieben Mal und fahren gemeinsam Biketouren, um einfach eine gewisse Grundlage zu bekommen. Auf diesen Trainingstouren fahre ich natürlich heute auch noch immer mal wieder mit.

Ganz wichtig ist auch immer das Vorbereitungswochenende in den Bergen. Mal ein, zwei Stunden einen Berg hochzufahren, das ist für die Schüler mental nochmal eine ganz andere Herausforderung – hier in Erding haben wir ja nicht so richtig Berge…  An dem Vorbereitungswochenende besprechen wir auch nochmal viel, z.B. zur Ernährung. Ich selbst hab all das am Anfang einfach von den anderen Kollegen mitgelernt. Und ein paar Sachen wusste ich auch vorher schon, denn ich hatte an der Uni das Wahlfach Radsport, bei dem es auch ums Mountainbiken ging.

Hast du dich selbst auch vorbereitet? Wie?
Rennrad fahre ich ja schon ganz lange, die Grundfitness, die habe ich. Stundenlang irgendwo bergauf zu fahren, das ist gar kein Problem für mich. Das Problem waren eher die technischen Fähigkeiten, also Trails zu fahren. Da hab ich vor der ersten Tour natürlich mit den Schülern gemeinsam geübt oder bin mal heimlich zum Trainieren gefahren!*lach*.  Meine technischen Skills sind jetzt immer noch nicht perfekt, aber das muss auch nicht sein …

Ich hab auch ein bisserl an meinem eigenen Bike geschraubt, und easy Sachen wie zum Beispiel Schlauchwechseln selbst geübt, um das sicher zu beherrschen. Aber wir haben das eigentlich gern auch den Schülern selbst überlassen. Nur wenn‘s pressiert helfen wir. Einmal war ich mit einem Teil der Gruppe alleine unterwegs – und prompt hat es die Schaltung bei einem Bike hinten reingezogen und ich war gefordert, mein 1. Schaltauge abzumontieren. Das geht dann schon, wenn man gefordert ist, das schaffe ich dann schon irgendwie. 🙂

Wie sehen deine Aufgaben dann während der Tour selbst aus?
Ich kümmer mich um alles ;-).
Die Schüler selbst Guiden zu lassen, dass funktioniert bei einer so großen Gruppe nicht. Wir haben das Guiding daher selbst übernommen und uns aufgeteilt: Einer fährt vorne, einer immer hinten nach und einer bewegt sich irgendwo in der Mitte. Denn so eine große Gruppe mit 15, 16 Schülern zieht es natürlich am Berg total auseinander. Wir schauen also, dass wir die Gruppe zusammenhalten, den Weg finden, Ansprechpartner unterwegs sind. Die Kollegen haben  auch noch Foto- und Filmmaterial für die Präsentation danach erstellt.

Meine Hauptaufgabe ist es, der Motivator zu sein und für gute Laune zu sorgen – grad bei den Mädels. Die kommen immer wieder an ihre Grenzen und müssen immer wieder über ihren toten Punkt drüber. Ich bin wirklich ganz oft hinterher gefahren und hab mich darum gekümmert, im Gruppetto hinten die Laune am Kochen zu halten – sie motiviert und darauf geschaut, dass sie sich nicht abgeschlagen fühlen. Nichtsdestotrotz hab ich auch mal die Pole Position übernommen und bin mit den Jungs vorneweg gefahren – das brauchen die schon auch mal, dass sie merken, dass der weibliche Guide auch fit ist ;).

Warum ist ein weiblicher Guide unterwegs so wichtig?
Ich hab die Erfahrung gemacht, dass die Jungs meist selbst noch nie erlebt haben, wie es sich anfühlt, wenn man komplett am Ende ist. Unsere zwei männlichen Guides sind supermegafit und da kommt dann vielleicht schon mal ein locker-flockiger Spruch … Sie können sich grundsätzlich schon auch einfühlen, aber als Frau versteht man es dann einfach besser – auch die „Frauenprobleme“, die auftauchen, etwa beim Sitzen. Die Mädels öffnen sich auch anders gegenüber einer Frau. Ich finde es also schon wichtig, dass ein weiblicher Guide mit dabei ist. Vorgeschrieben ist es aber nicht.

Bist du unterwegs selbst auch mal an deine Grenzen geraten?
Fahrtechnisch sicher. Ich hab auch das ein oder andere Mal Schieben müssen, wobei ich da nicht die einzige war, Gottseidank.  Und es gab schon Tage, da war ich echt kaputt und platt abends, das muss ich echt zugeben – gerade die ersten drei, vier Tage, das ist bei mir immer so. Wenn man mit der Gruppe unterwegs ist, ist man mental anders angespannt, weil man einfach die Verantwortung für die ganze Truppe hat und immer schauen muss. Das gibt man natürlich den Schülern gegenüber nicht immer so zu. Ab Tag 4 bin ich dann meistens topfit. Dann läuft es einfach und ich komme so richtig in Form und in Stimmung. Manchmal hab ich anfangs etwas Schiss, dass ich gut durchhalte. Denn wir fahren einfach sieben Tage am Stück und das ist schon viel. Wir haben auch Etappen mit 120km oder Etappen mit bis zu 2.100 Höhenmetern und sind manchmal bis zu 8 Stunden reine Fahrzeit unterwegs.

Allerdings reisen wir mit „leichtem Gepäck“:  Wir haben einen VW Bus als Begleitfahrzeug dabei und eine weitere Lehrerin, die ihn fährt. Das ist richtig gut. Wir machen immer aus, wo wir uns mittags treffen und sie kauft dann Brotzeit für alle ein, richtet alles her  – und wir fallen dann regelrecht darüber her ;-).  Das ist für uns super, denn es spart eine Menge Zeit, wenn wir nicht lange auf der Hütte warten müssen und natürlich auch einen Haufen Geld und die Schüler können sich so richtig satt essen.
Das Begleitfahrzeug bietet uns auch ganz viel Flexibilität, etwa bei technischen Defekten. Wir haben zwei Ersatzräder in zwei Größen mit dabei, sodass wir bei ernsthaften Defekten Räder tauschen können. Sie fährt dann mit dem kaputten Rad zur Werkstatt, lässt es richten und abends wird wieder  zurück getauscht. Fertig.
Im Bus sind eben auch die großen Rucksäcke … wir haben uns schon mal von einem Papa „vorwerfen“ lassen müssen, dass wir eine „Memmen-Transalp“ machen, weil wir die Rucksäcke nicht mitnehmen *lach*. Aber die Schüler sind bereits so schon so am Ende, dass es noch schlimmer wäre, wenn sie das Gepäck auch noch mitschleppen müssten.

Mein eigener Rucksack ist unterwegs gar nicht unbedingt der schwerste, denn wir teilen das immer auf, sodass nicht einer alles trägt. Das Werkzeug z.B. verteilen wir auf die Technikgruppe – 5 Schüler, die da recht fit sind. Und neben uns Guides haben auch noch drei andere Schüler, 1. Hilfe-Zeug dabei. Aber wenn ich weiß, es ist eine besonders harte Tour oder es geht sehr lange bergauf, wie etwa am Grauner Joch, dann hab ich schon immer noch einen „Motivations-Bonus“ im Rucksack stecken, z.B. Gummibärchen oder Prinzenrolle. Das tut der Seele gut und gibt nochmal einen kleinen Schub. 🙂

[Fotos: privat]

Ganz ehrlich: Hast du einen kleinen Frauen-Bonus unter den Guides?
Klar! *lol* Ne, das sind zwei Jungs, mit denen ich sonst auch sehr viel Sport mache – auch privat. Die schauen schon auch auf mich. Sie kennen mich aber auch gut und schätze meine besonderen Qualitäten – gerade hinsichtlich der guten Laune und Stimmung. So hat halt jeder seinen „Spezialbereich“. Sie würden sofort helfen, wenn sie merken, ich bin irgendwo am Ende und z.B. meinen Rucksack nehmen – kam aber noch nie vor ;-)! Es ist einfach ein supernettes Verhältnis zwischen den Coaches – und das brauchst du auch in einer solchen Woche. Denn es gibt immer wieder Situationen, da musst du dich 100%ig auf die anderen verlassen können, musst Entscheidungen am Berg treffen. Du hast einfach so eine Riesenverantwortung zu tragen – und die musst du auf verschiedene Schultern verteilen, sonst schaffst du das nicht; also zumindest ich nicht. Die anderen zwei haben einfach noch viel mehr Erfahrung im Gebirge als ich und das ist Gold wert. Ohne ein Team, das funktioniert, funktioniert‘s nicht.

Und wie ist das dann abends? Herrscht da „Halligalli“ oder hast du die Chance, etwas runter zu kommen?
Abends, das ist immer sehr nett. Die Schüler treffen sich zu Fünfzehnt auf einem Zimmer, ratschen,  rollen sich oft noch mit dem BlackRolls aus, massieren sich gegenseitig und schauen, dass sie regenerativ unterwegs sind. Das ist ein gemütliches Aus-Chillen, wo alle ein bisserl runter kommen. Wir haben nie Probleme, sie ins Bett zu bekommen ;).

Ein Glasl Wein in gemütlicher Kollegenrunde ist mein bestes Mittel. Und ein bisserl ausdehnen, ich merk das schon auch muskulär. Und dann früh ins Bett gehen. Im ersten Jahr haben wir uns organisatorisch noch etwas schwer getan, z.B. mit der Planung der nächsten Mittagspause, und sind oft bis um zehn Uhr abends da gesessen, um den nächsten Tag zu besprechen. Das fand ich dann schon echt anstrengend, wenn man von halb acht morgens bis zehn Uhr abends immer voll gefordert ist. Denn du hast ja untertags auch nie eine Pause.

Wie hat sich das Verhältnis Lehrer – Schüler unterwegs entwickelt?
Bereits die Stimmung bei der Vorbereitung der Tour im Klassenzimmer ist anders als im Mathematikunterricht. Jeder Schüler weiß, dass es eine Ehre ist, dass er mit darf und hat wirklich Spaß daran, alles zu organisieren. Es ist ein tolles Miteinander! Ich kontrolliere die Schüler zwar, aber eigentlich wissen sie ganz genau, dass alles, was sie machen für sie selbst ist und dass sie es selbst ausbaden müssen, wenn die Organisation fehlerhaft ist (wenn z.B. für eine Nacht kein Quartier gefunden wird ;-)) Während der Tour ändert sich das Verhältnis dann aber noch einmal, wir Lehrer werden Teil der Gruppe und sind eher Coaches. Die Schüler merken, dass wir alles tun, um ihnen zu helfen, ihr Ziel zu erreichen.

Seit der zweiten Auflage sind wir spätestens am dritten Abend beim Du. Das „Du“ ergibt nochmal einen anderen Kontakt, die Schüler kommen ganz anders auf uns zu, das ist ein ganz anderes Verhältnis. Wir haben aber auch einfach keine Disziplin-Probleme in der Gruppe. Die Jugendlichen hören auf uns, egal ob beim Du oder Sie. Später im Unterricht – ich hatte einige davon nochmal in einer Matheklasse  –  haben wir das dann so gehandhabt: Vor der Klasse haben sie mich gesiezt und wenn wir zu zweit waren, haben sie mich geduzt – das lief alles problemlos.

Ansonsten haben wir schon auch eine klare Linie und klare Regeln. Unsere Teilnehmer sind es von Anfang an gewöhnt, dass sie ordentlich Handzeichen geben, Abstände halten, etc. Wenn wir sagen: „Wir fahren jetzt Windschatten oder Doppelreihe“, dann wird auch ordentlich gearbeitet. So können wir sie z.B. bei schlechtem Wetter gut ziehen. Wenn sich da einer nicht dran hält oder mal zwei Minuten zu spät zum Treffpunkt kommt, gibt’s schon eine Ansage. Denn: undiszipliniert, das geht nicht. Das ist ganz klar und tut auch dem guten Verhältnis keinen Abbruch.

So ein Projekt lebt aber auch davon, wenn man ein paar Schüler dabei hat, die nicht ganz so auf den Mund gefallen sind. Die auch ein bisserl Contra geben, Spitzen loswerden und ruhig auch mal ein bisserl blöd daherreden – das macht‘s einfach lustiger. Aber wir achten dann schon immer drauf, dass wir die Kurve noch kriegen, sagen: „Jetzt musst du dann aufpassen, jetzt wird’s langsam kritisch.“ Aber so ein  bisserl den Lehrer anstacheln, sagen, jetzt geben wir‘s uns mal ein wenig – das gehört dazu und schafft gute Stimmung.  Die Schüler kennen uns aber auch einfach zu lange und zu gut, als dass die Respektsgrenzen zu arg verschwimmen.

Und wie lief es zwischen Schülern und Schülerinnen?
Von Anfang an ist klar, dass es eine gemischte Gruppe ist, da mault dann auch keiner, ganz im Gegenteil. Die Jungs dürfen ja dann auch mal schneller den Berg rauf fahren. Klar, da wird dann vielleicht schon mal ansatzweise blöd daher geredet, dass sie so lange warten müssen oder frieren, aber nie böse. Und wenn sie merken, die Mädels kommen jetzt wirklich an ihre Grenzen, dann haben sie schon auch mal die Rucksäcke der Mädels genommen, haben sie auch mal geschoben. Oder sie  bleiben dann absichtlich bei den Mädels und helfen ihnen, reden ihnen gut zu,… Meistens ist es so, dass im Laufe der Woche so ein Zusammenhalt entsteht, dass es dann heißt: „Wir haben noch ein  bisserl Puffer und helfen den Mädels soweit, dass wir das zusammen schaffen.“

Manchmal ist es auch so, dass ich mir, wenn wir irgendwo runter fahren, denke „Oh Gott, ich schieb da jetzt lieber, mir ist hier echt unwohl“ – und die Mädels sind teilweise so knallhart, die fahren einfach, und denken sich nix. Da bin ich echt oft überrascht, dass die so hart im Nehmen sind.

Was war und ist für dich die größte Herausforderung rund um das Projekt?
Das Verantwortungsthema und die Unfallgefahr. Auch jetzt mit der dritten Tour bin ich da noch nicht gelassener geworden. Damit umzugehen – das ist schon eine echte Herausforderung für mich.

Auch mit den Schülern bin ich da ganz offen: Wenn es irgendwo wirklich ausgesetzt ist, sag ich schon mal: „Das ist mir zu gefährlich hier, wir schieben da jetzt“. Die Mädels springen dann meistens sofort freiwillig ab. Bei den Jungs gibt’s dann vielleicht kurz Gemurre oder ich muss mich auch mal gegenüber den Kollegen durchsetzen

Wie ist das offiziell mit der Verantwortung geregelt?
Es ist ein fließender Übergang: Wann hat man fahrlässig, wann grob fahrlässig gehandelt? Irgendeine Verantwortung hat man immer, wenn was passiert. Daher ist es uns auch immer wichtig, dass wir im Vorfeld einen Elternabend machen und ganz deutlich sagen: „Es kann was passieren. Wir tun alles, was in unserer Macht steht, damit nichts passiert, aber wir können es einfach nicht garantieren.“ Das ist für mich persönlich ganz wichtig, dass ich das den Eltern sag. Aber erfahrungsgemäß haben sportliche Kinder meist auch sportliche Eltern und die sind meistens supernett und verständnisvoll. Irgendwann musst du das dann auch einfach wegschieben und sagen: „Ich kann mich davon jetzt nicht verrückt machen lassen.“

Und natürlich haben wir auch abends die Verantwortung, Tag und Nacht. Von daher gibt’s z.B. auch ein Alkoholverbot. Aber wie gesagt; es gibt da nix bei unseren Schülern.

Im Projektabschlussbericht steht als Fazit, dass das Projekt etwas ganz Besonderes für alle Beteiligten war. Inwiefern?
Ja, es ist wirklich was ganz Besonderes – für die Schüler, für uns Lehrer, für jeden. Die Schüler von Beginn bis zum Ende bei der Verwirklichung eines so großen Zieles begleiten und unterstützen zu dürfen, erfüllt uns Lehrer immer wieder mit tiefer Freude und Dankbarkeit. Das Projekt beginnt mit einem zusammengewürfeltem Haufen, der sich oft nur flüchtig oder nicht kennt. Während der Vorbereitung lernen sie sich kennen, aber während der Transalp wird daraus ein Team, das sich gegenseitig stützt, zusammenhält und alles gemeinsam schafft! Die Schüler erfahren im wahrsten Sinne des Wortes wie es ist, sich ein Ziel vorzunehmen und das dann auch zu erreichen. Dass man dabei an seine Grenzen kommt, aber dennoch weiter macht. Dass man sich im Team gegenseitig stützt und gemeinsam etwas vollbringt. Es gibt viele, die hätten das alleine niemals geschafft. Den Schülern diese Erfahrung fürs Leben, die sie ganz tief in ihren Herzen tragen, mitgeben zu können, die Freude, den Stolz, die Erleichterung nach dem Erreichen des großen Ziels – das ist einfach toll. Ganz ganz toll.

Es ist so schön, zu sehen, wie sich Jugendliche selbst überwinden, kämpfen, zusammenhalten und ihr Ziel gemeinsam erreichen. All das miterleben zu dürfen, ist für mich als Lehrerin unglaublich – und da ist es auch kein Wunder, dass auch ich am Gardasee Tränen in den Augen habe. Die Emotionen, die auf beiden Seiten entstehen, machen das Projekt zu etwas ganz Besonderem.

Was war für dich bisher der größte Erfolg rund um das Projekt?
Dass wir 3x hintereinander alle Schüler ins Ziel gebracht haben – mehr oder weniger unfallfrei.

Und was der lustigste Moment unterwegs? Hast du eine kleine Anekdote für uns?
Was zum Beispiel eine nette Anekdote ist: 2014 war ja Fußball-WM, Deutschland im Finale. Wir waren gerade in Sterzing und über die Hälfte der Schüler ist vorm Finale ins Bett, die andere Hälfte dann – bis auf 2 oder 3 – in der Halbzeit.  Ich glaub, das sagt schon alles, oder? J. Da haben wir echt sehr gelacht.
Ansonsten gab es zahlreiche Highlights am Rande. Immer mal so kleinere lustige Sachen, etwa, wenn mal unterwegs jemand seine Radlbrille verliert. Da fährt mal als Couch halt mal schnell ein paar extra Höhenmeter und sucht und findet! die Brille – und alle lachen sich tot. Die Stimmung ist einfach super unterwegs.

Welche neuen Kompetenzen hat das Projekt bei dir gefordert? Was hast du persönlich dabei gelernt?
Auf jeden Fall, eine große Gruppe zu führen. Dann die Motivationsrolle, ganz klar; da bin ich nochmal ganz anders rein gewachsen. Technik an den Bikes. Projektmanagement, also alles was hinter so einem Transalp-Projekt steckt – da hatte ich ja vorher überhaupt keine Ahnung, hat man als Lehrerin normal auch nicht. Jetzt kenn ich mich mittlerweile ganz gut aus. Ja, und die ganze Öffentlichkeitarbeit, die Zusammenarbeit mit Sponsoren etc.. Ich bin selbst mit dem Projekt enorm gewachsen und hab für mich selbst auch ganz viel mitnehmen können. Es war anfangs schon eine große Herausforderung – weil ich eben von Projektmanagement und vom Biken viel zu wenig Ahnung hatte. Jetzt kenn ich mich in beiden Bereichen relativ gut aus. Es hat mir persönlich selbst sehr viel gebracht, auch ganz viel Spaß! Es ist eine Menge Arbeit, mehr Arbeit, als wenn ich die zwei Stunden  normal Sport oder Mathe unterrichte und deswegen geht’s nicht ohne. Es ist ein persönliches Projekt, das mir sehr am Herzen liegt und mir riesig Freude macht – dafür betreibe ich den Aufwand gerne.

[Fotos: privat]

Wie hat das Projekt deine Einstellung zum Mountainbiken verändert?
Ja, es hat mich zur Mountainbikerin gemacht. Ich war davor ja nur auf dem Rennrad unterwegs. Nach der ersten Transalp hab ich mir gleich ein Hardtail gekauft und jetzt fahr ich total gern. Macht riesig Spaß – immer mehr. Ich fahre jetzt auch Sachen, die wäre ich vor drei Jahren nicht gefahren. Früher hab ich mir beim Bergauffahren auch immer gedacht „Mensch, da kommt man ja gar nicht vorwärts mit dem Mountainbike“ – aber das hat sich jetzt auch geändert. Jetzt kurbel ich einfach hoch und sauge diese ganzen Naturerlebnisse in mich ein. Die sind natürlich unglaublich, die hab ich jetzt fest eingespeichert – das hast du mit dem Rennrad so in der Breite und Intensität halt nicht.
Zu Fuß z.B. hätte das ganze Projekt nur halb so viel Spaß gemacht. Das Runterfahren, dieser Flow – das gehört schon dazu. Man ist schneller, flexibler. Zu Fuß – na, ich bin gar kein Wanderer!
Es war für mich auch wichtig zu sehen, dass es traumhafte Wege in den Bergen gibt, die nicht alle gleich ausgesetzt und superschwierig sind. Da gibt es so viel, was man locker fahren kann. Das ist toll!

Welche Tipps möchtest du anderen Lehrkräften mit auf den Weg geben, die ein ähnliches Projekt gerne mal angehen würden?

  1. Das Kollegenteam ist total wichtig. Das alles alleine zu stemmen ist fast unmöglich.
  2. Es ist ideal, mit drei Guides zu fahren. Wenn jemand ausfällt, wenn irgendwas unterwegs passiert …
  3. Eine einfache Strecke fahren. Wir sind die Via Claudia im ersten Jahr gefahren – das reicht völlig. Das macht trotzdem total Spaß
  4. Früh mit dem Training beginnen; mindestens ein Jahr vorher; im Winter eignet sich auch Spinning super als Vorbereitung.
  5. Das Begleitfahrzeug schafft sehr viel Flexibilität und senkt die Kosten.
  6. Vorher persönlich mit den Eltern sprechen.
  7. Eine Präsentation im Nachgang ist toll für die Bekanntheit des Projektes an der Schule und für die Schule selbst, aber auch für die Sponsoren und um die Anzahl der Bewerber zu erhöhen.
  8. Es ist wichtig, sich die Bewerber gezielt auswählen zu können.

Welchen Rat möchtest du anderen Bikerinnen noch mit auf den Weg geben?
Glaubt an euch und habt Spaß! Und: Wenn ihr mit fitteren Jungs unterwegs seid und es länger bergauf geht, dann fahrt lieber ein bisschen langsamer (so, dass ihr euch bergauf erholen könnt), die Jungs warten oben ja sowieso (und wahrscheinlich fällt es nicht auf, wenn sie ein paar Minuten länger warten), aber sobald ihr da seid geht´s weiter und dann müsst ihr fit sein!

Und verrate uns noch: Wie gefällt dir GIRLSRIDETOO.DE (ganz ehrlich, gerne auch konstruktive Kritik 😉)?
Ich bin total begeistert! Das Biken ist ja schon noch eher eine Männerdomäne – da hat man es als Frau nicht immer einfach! Es ist sehr motivierend, von so vielen tollen Mädels zu lesen, die dem Biken verfallen sind! Den Terminplan find ich auch klasse, da kann man sich super Ideen holen!

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