Ich sitze am Schreibtisch und überfliege mit einem halben Auge den neuesten Newsletter von Happy Trails, einer MTB-Fahrtechnikschule im schönen Chiemgau. Da bleibt mein Blick hängen. Ich stoppe den Scan, lese – und grinse: DAS wird unserer Kleinen gefallen!

„Kids Ride 4 Free Bikeday im Chiemgau von 0-12 Jahre“. Wir laden, mit unseren Partnern, alle Kinder von 0 bis 12 Jahren zu einem gemeinsamen kostenlosen Tag auf dem Bike ein. Vom Laufrad bis zum vollgefederten Mountainbike. Kommt vorbei und genießt einen ganzen Tag gefüllt mit viel Spaß auf zwei Rädern.
Die Kinder werden durch unsere professionell ausgebildeten Guides und Fahrtechniktrainer in kleinen Gruppen hochwertig betreut. Am Ende des Tages können sich die Kinder gemeinsam mit den Eltern auf einen schönen Abschluss freuen.“
YEAH!
Schneller hab ich selten eine Mail getippt, um uns einen der sicherlich begehrten Plätze zu sichern. Und tatsächlich: Nur wenig später kommt Antwort: Warteliste. Grrr.
Doch wir haben Glück: Happy Trails – etwas überrannt von der enormen Nachfrage – macht aus dem einen Tag kurzerhand zwei, und so landen wir auf der Teilnehmerliste für den Samstag. Top!

Zwei Wochen später. Der Herbst zeigt sich von seiner schönsten Seite und die Sonne gibt ihr Bestes, die frühmorgendliche Luft zum lauen Lüftchen zu machen. Ein bunter Haufen noch etwas eingeschüchterter Bikefexe von 3 bis 5 Jahren sammelt sich auf dem Parkplatz des Bikeparks am Samerberg. Eifrige Eltern wuseln drum herum: hier noch ein Kniepad, da noch die Flasche in den Rucksack und bloß den obligatorischen Helm nicht vergessen!
Ein vorbei rollendes Augenpaar nach dem anderen bleibt an der einfach nur extrem goldigen Truppe hängen und kaum einer kann sich ein Grinsen verkneifen. Da sind sie: unsere Bike-Stars von morgen!

Andi von Happy Trails erklärt auf Augenhöhe, was Groß und Klein erwartet. Es klingt entspannt und spannend zugleich. Eines der Highlights steht gleich als erstes an: Die Fahrt mit dem Einer-Sessel nach oben. Denn dort wartet der Maloja-Spielplatz mit seinen Wellen, Wippen, Mini-Northshores und kleinen Sprüngen auf uns. Unsere Maus kann es kaum erwarten: sie will hinauf! Papa nimmt sie auf den Schoß, das Laufrad kommt an den Haken und los geht’s. Ich transportiere parallel Proviant, Extra-Jacken und Co. mit dem Bike nach oben und bin gespannt, wie die erste luftige Fahrt verlief. Alles gut: Ich höre sie schon von weitem vor Freude johlen.

Auf dem Maloja Spielplatz

Bevor es auf dem Spielplatz losgeht, werden erst einmal Hütchen verteilt und die Basics, wie Rollen, Bremsen, Kurvenfahren auf dem Schotterweg geübt. Das große Team von Happy Trails bannt sich mit viel liebevoller Fürsorge, kleinen Späßchen und kindgerechten Tipps und Tricks seinen Weg in die Herzen der Kleinen und die Stimmung taut ebenso schnell auf, wie der Tau auf den Wiesen. Und Papa ist ja auch noch da. Ich schwinge mich also aufs Bike und dreh eine Runde durch den Bikepark.

Trailbefriedigt kehre ich zurück und treffe auf kleine Augen voll großer Freude. Mut, mutiger, am mutigsten jauchzen sie sich durch den Spielplatz – ein Anblick, der jedes Elternherz vor Stolz fast platzen lässt. Unglaublich, wie gut sie das schon machen! Ich ahne, wie bald unsere Kleine mir um die Ohren fahren wird. Mamas wie Papas haben sich inzwischen entspannt ratschend an den Rand des Geschehens zurückgezogen und dem Happy-Trail-Team das Feld überlassen. Lunas Dreh- und Angelpunkt ist mittlerweile der „grüne Mann“ geworden, der die Unermüdliche ein ums andere Mal mit einem kleinen Schubs den Startbuckel erst hinauf-, dann vorsichtig hinabbefördert. Auch die Hängebrücke wurde längst erobert, lässig rollen sie darüber – und wir Eltern sind dennoch froh über das Spalier, das Andi und sein Team rechts und links der doch gar nicht soo breiten Holzbretter bilden. Ich drehe noch ein, zwei Runden im Bikepark und bin mir ziemlich sicher, gerade nicht vermisst zu werden. 😉

Hungrig treffen wir uns wieder auf der Sonnenterasse der Käseralm und verputzen ziemlich gschmausige Knödel. Es werden Erfahrungen ausgetauscht und Kontakte geknüpft. Lachen liegt in der Luft. Mit neuer Kraft geht es zurück auf den Spielplatz und ich bin wirklich begeistert, wie viel Zeit sich das Happy Trail Team für das Event genommen hat. Andi erzählt mir ein wenig mehr zu dem Gedanken rund um die Veranstaltung, die als Versuch gedacht ist, das Potential solcher Veranstaltungen zu erforschen. Denn das bisherige Angebot für Kinder in dem Alter ist im Bike-Bereich quasi nicht vorhanden. „Und dann kommen die Fußball-Vereine und schnappen die Kinder erstmal weg.“ „Weg“ heißt hier, weg von einem gezielt geförderten Bike-Sport, von gezielter Nachwuchsarbeit.

Stunden später, die Sonne hängt schon ähnlich müde am Horizont, wie die Kindern auf unseren Armen. Noch einmal geht es in den Sessellift, diesmal hinab ins Tal. Wir laden ein, verabschieden uns von Trainern wie Eltern und machen uns auf den Heimweg. Die Parkplatz-Schranke hat sich noch nicht hinter uns geschlossen, da schlummert Luna schon selig im Autositz.

SHARE IT:

Commenting area

  1. Hallo
    Vielen Dank für den tollen Artikel. Auch wir waren am Samstag dabei und ich kann all dem nur zustimmen. Ea war ein rundum gelungener Tag für unsere Mädels. Beide waren begeistert. Seither will unsere Fünfjährige nur noch zum Pumptrack und unsere Kleine hat Vertrauen zum Laufrad gefasst. Schöne Grüße vom Chiemsee

Leave a Reply

You can use these tags: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>