Die Sella-Gruppe im Intergrund © Brey Photography

Zum ersten Mal gastieren die Rasenmäher mit der ihrem bewährten Konzept der „Trailjagd“ mit in Gröden vor der atemberaubenden Kulisse der Dolomiten. Die Spielregeln der Knödeljagd sind einfach: Paarweise müssen die Biker an 4 Checkpoints Stempel sammeln und dazu noch an 4 Hütten eine „Knödelei“ bewältigen. In welcher Reihenfolge ist freigestellt und als Hilfsmittel erhalten sie ca. 45 min vor Start ihren Stempelpass inklusive einer topografischen Karte. Auf die Teams warten am Abend nicht nur Speckknödel, Krautsalat und Apfelstrudel sondern für das Team mit der Mittelzeit gibt es den goldenen riesen Knödel!

Los geht’s!

Zum Start geht es rund 700hm mit der Bahn rauf zum Bergrestaurant Ciampinoi. Hier erhalten alle Teilnehmer ihren Stempelpass und das ausgiebige Kartenstudium und spekulieren über die schnellste Route beginnt!

Wir sind zum ersten Mal in der Gegend und sind gespannt was uns erwartet und ob unsere Taktik aufgehen wird. Die Räder liegen für den Le Mans-Start bereit und im dritten Anlauf eröffnet der Kanonenknall die wilde Jagd.

Lustige Knödelei

Kinderfahrrad fahren – kinderleicht oder?
© Brey Photography

Wir sprinten zu unseren Rädern, folgen dem blauen Pfeil mit Knödeljagd-Design und genießen zunächst ein paar Tiefenmeter bevor es auf einem schmalen, steinigen Trail stetig tendenziell bergauf geht. Am Rifugio Comici erwartet uns als erste Knödelei ein Klassiker: Das Scott Kinderfahrrad. Tobi schwingt sich auf das Bike und meistert den Parcours in Windeseile – kinderleicht eben! 😉

 

 

 

Hier zählt definitiv die B-Note!
© Brey Photography

Wir können die Spitzengruppe um das mtb-news.de Team noch sehen und treten in die Pedale. Nun wird der Trail durch die steinere Stadt immer steiler, die Lunge brennt aber der Abstand zu den Teams vor uns wird immer kleiner und das spornt mich an, vor allem als ich seh dass manch einer bereits absteigt und schiebt. Beinahe zeitgleich kommen wir am Endura-Stand an. Mit den Stempelpässen zwischen den Zähnen vollführe ich einen spektakulären Danny-MacAskill-Gedächtnis-Move und schon geht es weiter.

Trails Scouting

Zwei Teams vor uns sind noch in Sichtweite. Die Richtung stimmt, also nichts wie hinterher! Ein kurzer Kontrollblick auf die Karte als die anderen plötzlich quer eine Skipiste kreuzen – auch jetzt stimmt die Richtung mit unserer Route überein, also weiter folgen und anschließend Bremsen auf und talwärts auf dem Schotterweg – ich liebe Geschwindigkeit! Doch zum Glück erinnert Tobi mich daran, dass wir nach einem Weg der rechts abzweigt Ausschau halten müssen. Gesagt, getan. Da wird doch sicherlich wieder ein blauer oder roter Pfeil sein, so gut wie das ganze bisher ausgeschrieben war und die anderen fahren ja auch in die gleiche Richtung, das wird schon stimmen. – Denkste!

Manche Checkpoints sind gar nicht so leicht zu finden! © Brey Photography

Wir halten an, vergleichen die Höhe unserer Uhr mit der Karte und stellen fest, wir sind zu weit abgefahren! Also umdrehen, Sattel hoch, runterschalten und die ca. 70 verschenkten Höhenmeter wieder rauf treten. Hier führt uns ein unscheinbarer Weg steil bergauf zu unserem ersten Checkpoint. Aus taktischen Gründen hatten wir uns dagegen entschieden den Trail bis nach Canazei abzufahren, sondern kehrten wieder um, zurück und vorbei an der Salei-Hütte und Endura. – Ehrlich gesagt, nicht gerade die beste Entscheidung, der Weg über die Skipiste ist „huarasteil“ wie die Schweizer sagen und angeblich ist der Trail nach Canazei einer der Schönsten in der Gegend. Aber gut, entschieden ist entschieden.

 

 

Hier sind deine Activity-Skills gefragt!
© Brey Photography

Wir rauschen, ich immer noch mit hochrotem Kopf, vom Sella Joch zunächst auf einem schönen Trail, später auf Schotter und Wiese, bergab zur dritten Knödelei am Stand von Continental. Im Activity-Stil (Erklären – Pantomime – Zeichnen) muss ich „Gripp“, „Platten“ und „Gummibärchen“ erraten. Tobi stellt sich als hervorragender Activity-Spieler heraus und rasen wir nur kurze Zeit später auf der Talabfahrt nach Wolkenstein.

 

 

Im Ort angekommen müssen wir noch ein paar Höhenmeter aus eigener Kraft bis zur Bahn Dantercepies erklimmen, bevor wir uns ein paar Minuten ausruhen konnten und einen Riegel gönnten. Dass dieser gar nicht unbedingt notwendig gewesen wäre, stellten wir fest als an Berg der Bergstation die letzte Knödelei auf uns wartet und wir uns ein Stück Südtiroler Speck mit dem Leatherman herunter schnitten und uns ein Vinschgerl belegten.

© Brey Photography

Den Speck noch zwischen den Zähnen machten wir uns auf zum neu erbauten „Cir-Flow-Trail“. Beinahe wäre er mir jedoch wieder aus dem Mund gefallen, so atemberaubend ist der Blick auf die Sella-Gruppe!
Am Grödnerjoch, dem Trailende fordert uns der Rasenmäher-Nachwuchs auf nochmals Vollgas zu geben und wir gehorchen 😉 Ruckzuck führt uns ein Wiesentrail zum zweiten Checkpoint.
Anschließend führt uns ein schöner Naturtrail wieder hinab nach Gröden, wo wir erneut in die Bergbahn Ciampinoi einsteigen.

Steil, steiler Skipiste!

Pass raus, Stempel drauf, Pass rein, rauf auf’s Bike! © Brey Photography

In der Gondel gehen wir nochmal kurz unsere Taktik durch: Auf Trails abfahren bis Checkpoint C, dann kurz danach nochmal ca. 200 hm rauf zur Bergstation Ciampinoi treten und anschließend auf der Freeride-Abfahrt auf dem Weg ins Ziel ein letztes Mal abstempeln.
Alles gut, schließlich wollten wir die verlorene Zeit gleich zu Beginn wieder gut machen und ich fühlte mich heut fit am Berg – was sind schon 200 hm? Die hat man ja locker in 15-20 min geschafft! – Dachte ich…

Mit der Zeitschätzung lag ich tatsächlich nicht so ganz falsch, aber dass der knackige, steile Anstieg sich wieder einmal in eine senkrecht zu den Höhenlinien verlaufende Skipiste verwandeln wird hatte ich nicht bedacht. Ein herzliches Dankeschön an meine Waden, dass sie mir gerade so einen Krampf ersparten!

Mission completed!

Nichts wie rauf auf die Freeride-Abfahrt und ein letztes Mal: Pass raus, Stempel drauf, Pass rein und endlich schnurstracks trailab ins Ziel!
Wir hatten es geschafft! Weit und breit war noch kein Mixed-Team zu sehen und wir konnten wie versprochen dem Team des Enduro Magazines bei der Zieleinfahrt zu jubeln – Ehre wem Ehre gebührt! 🙂

Das Mixed-Treppchen
© Brey Photography

Für mich war es ein wunderschöner, gelungener Saisonabschluss mit Spaß, Trails, Knödel, Pizza und Tiramisu. Ein riesen Dankeschön geht an die Rasenmäher – wir haben jede einzelne Jagd genossen, an Freunde & Rivalen – die so ein Event herrlich spannend und liebenswert machen sowie an alle Sponsoren (World of mtb, Dowe, ION, Hirzl, MucOff, SQlab und Conway) die GIRLSRIDETOO.DE die ganze Saison über hervorragend unterstützt haben!

 

P.S. Eventuell bin ich sogar ganz froh, dass wir nicht die Gesamtsieger der drei Jagden wurden. Denn der Hauptpreis, ein Startplatz beim Sellaronda Hero mit 4500 hm und 86 km, verpflichtet!

P.P.S. Mehr Bilder findet ihr hier und das Video dazu hier!

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