Ende Juli stand die Dießener-12 Stunden-Europameisterschaft an. Vor drei Jahren war ich bereits mit meiner Teamkollegin Tamara im 2-er Team dabei. Dieses Jahre startete ich wieder in Dießen, jedoch mit Unterstützung von einer Freundin im 2-er Team.

 

 

 

Die Fakten:

  • Streckenlänge: 7,76km

    Streckencheck am Vortag

    Streckencheck am Vortag

     

  • Höhenmeter: 140hm
  • Trailanteil: leider sehr gering
  • Untergrund: Wiese, Wald, Schotter
  • Wetter: die Woche zuvor 5 Tage Dauerregen, am Renntag warm und sehr schwül
  • Top Organisation: Helfer, Organisatoren, Musik, Verpflegung und genügend (sehr abgehärtete) Masseure während dem Rennen
  • Super Stimmung, nicht zu verbissen!
  • Da wir zu zweit sind, ist Anne´s Papa dabei, um uns im Laufe des Rennes zu unterstützen

 

 

Das Rennen:
Beim Blick auf die Startliste freue ich mich! Es sind sieben Damenteams am Start. Endlich trauen sich mehr Frauen in den Startblock und das noch in einem 2-er Team. Sicherlich bedeutet dies auch Konkurrenz auf der Strecke, jedoch sage ich schon mal vorab: Hut ab an die Mädels, die gewonnen haben, sehr starke Leistung!

 

 

 

 

 

Race Mode on!

Unsere Planung war klar: Wir beginnen mit jeweils 2 Durchgängen a 2 Runden, wechseln dann auf 3Runden zur Mittagszeit und schauen dann, ob 2 Runden weiterhin Sinn machen, oder ob wir pro zweite Runde zu viel verlieren und dann eben auf 1 Runde umstellen. Da wir am Vortag angereist sind, haben wir die Strecke bereits abends unter die Lupe genommen.

Fazit: der Regen hat die Strecke schön bearbeitet, man meint ständig, dass das Hinterrad fest gehalten wird. Obendrein reißt die Kette von Anne, wir hoffen, dass es dann mit technischen Defekten für das Rennen gewesen ist und wir das nun abgearbeitet haben.

Anne startet um 8 Uhr mit einer wild scharrenden Meute. Bei uns läuft es gut an, wir fahren nach Plan pro Nase 2 Runden am Stück. Weil mein Magen öfters mal sensibel ist, fährt Anne zu erst drei Runden und ich kann was ordentliches Essen. Auch ich fahre drei Runden und Anne kann sich etwas länger erholen.

 

 

Race Modus!

Mittlerweile sind wir 14 Runden gefahren. Als wir wieder auf jeweils 2 pro Nase umstellen, stellen wir fest, dass die Zeitennicht mehr so konstant sind und stellen auf jeweils 1 Runde um, mit der Idee, dass ich hinten raus nochmal 2 Runden fahre.

Die Idee ist super, Anne spielt ihre Sprinterfähigkeiten aus, und fährt konstant bessere Zeiten als in 2er bzw. 3er Blöcken. Ich habe den Tempomat eingestellt und stelle fest: Sprintfähigkeiten stellen eine Mandelware bei mir dar, ich würde am liebste mit Tempomat längere Anstiege fahren. Wir sind mittlerweile bei Runden 23 angekommen. Die Damenteams vor uns fahren stark, das Podium ist ohne größere Stürze und Defekte vergeben (und sowas wünscht man ja niemand). Wir wollen also Platz 4 absichern und das Beste raus holen.

 

 

 

 

Kurz mal ausruhen!

Ich rechne und stelle fest: Wenn wir in folgender Reihenfolge Anne/Ina/Anne/Ina/Ina gute Rundenzeiten liefern und ich

die letzten beiden Runden gegen 19 Uhr beginnen kann, habe ich genügen Puffer, um bis 20 Uhr über die Ziellinie zu fahren. Wir geben alles, ich starte um 19:02 Uhr auf die beiden Runden. Ich versuche konstant zu fahren, habe mir schon paar Eckpunkte angesehen, wann ich wo sein muss, damit es bis 20 Uhr reicht. Mein Magen versucht mir einen Strich durch die Rechnung zu machen. Melone ist offensichtlich ein Obst, dass mein Magen nicht annehmen kann, bereits die letzten zwei Runden grüßte mich die Melone immer wieder. Auf der vorletzten Runde löst sich das Problem, als ich die Melone los werden kann und mein Magen leer ist.

 

Finish!

Als ich 19:28 Uhr auf die letzte Runde starte ist mir klar, dass wir es schaffen werden! Eine Runde zum genießen: Die Sonne geht hinter den Feldern unter, gute Musik läuft auf meinen Ohren,wir sind ohne Stürze und Defekte durch gekommen. Alle Fahrer grüßen sich und jeder gratuliert wirklichem jedem zur Leistung, es gibt kein „gut/besser/schneller/schlechter“. Ich bin kurz davor den Genuss Überhand gewinnen zu lassen, bis mich die Zeit auf der Uhr wieder einholt. Ich muss nochmal rein treten, nicht dass nochmal was schief geht. Um 19:55 Uhr rolle ich über die Ziellinie und falle erst mal vom Rad. Ich bin leer, im wahrsten Sinne des Wortes aber mein Magen will trotzdem nichts. Wir sind mega stolz auf unsere Leistung mit 28 Runden, auch wenn es auf kein Podium mit Platz 4 gereicht hat.

12 Stunden im Kreis fahren, ja das hat schon was. Trotzdem muss ich wieder feststellen, dass ich einfach keine Sprintfähigkeiten habe. Auch wenn man manches nicht so gut kann, kann es trotzdem irre Spaß machen. Die Fakten nach dem Rennen: 3920hm, 217km.

 

Zum Abschied ein atemberaubender Himmel!

 

Ein besonderer Dank gilt unseren Sponsoren: HIRZL für den richtigen Gripp auf rütteligem Untergrund, Sponsor Food für optimale Sportnahrung (auf Melone verzichte ich das nächste Mal), Muc Off für top Pflege für das Rad und deluxe Sitzcreme, die man bei 12 Stunden definitiv auf harte Weise getestet hat. Nicht zu vergessen ist DOWE Sportswear – gute Hosen, top Polster, keine Scheuerstellen und das nach so vielen Stunden in der Radkleidung.

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