Als ich 2010 mit dem Mountainbiken begonnen habe, erschloss sich mir eine Welt voll gefühlter Freiheit. Nach dem ich aus dem etwas „starren“ Bereich des Rennradfahrens rüber zum rasanten Bergabfahren wechselt, hatte ich das Gefühl angekommen zu sein. Wenn man mich damals gefragt hätte, was wohl das Beste an diesem Sport sei, hätte ich mit Sicherheit geantwortet „das Gefühl der Freiheit und die Möglichkeit mental aus dem Alltag abzuschalten“.

egal ob offene Wiesenkurven, schlammige Strecken oder Wuzeln, hauptsache Spaß – Photo by Christian Donner

Bis heute bin ich begeistert von dem Sport, denn in keinem anderen sportlichen Bereich gelingt es mir so einfach gedanklich abzuschalten, mich auszupowern und gleichzeitig die Natur zu genießen.
Doch seit 2010 ist auch bei mir einiges passiert, während ich damals noch studierte und so in den Tag hineinlebte, bin ich nun seit einigen Jahren im Arbeitsleben angekommen und lebe einen neuen Rhythmus. Die Perspektive auf die Welt und einige Ansichten haben sich verschoben und manchmal muss ich über mein damaliges „Ich“ doch sehr schmunzeln.
Würde mich heute jemand fragen „Was findest du am Mountainbiken am Schönsten?“, wäre meine Antwort, dass es möglich ist diesen Sport gemeinsam und generationsübergreifend zu betreiben. Jung und Alt haben die Möglichkeit den Sport gemeinsam zu betreiben und gleichzeitig in der Natur zu sein. Man kann einen Wettkampfgedanken hegen, aber der Sport ist auch ohne Rennen einfach nur großartig. Insbesondere finde ich es klasse Kindern beim Biken zuzuschauen und ihre Entwicklung über die Jahre zu beobachten.
Kinder besitzen eine Selbstverständlichkeit neue Dinge auszuprobieren, ihre Grenzen zu testen und diese auch zu überwinden. Manchmal steht man als Erwachsener nur daneben und bekommt vor Staunen den Mund nicht zu.
Doch was ist es, dass Kinder sich in so kurzer Zeit so unglaublich schnell verbessern und Dinge auf Anhieb hinbekommen? Sicherlich fehlt ihnen manchmal die Erfahrung wie schmerzhaft ein Sturz sein kann – weswegen es einfacher für sie sein kann, Dinge zu probieren. Doch aus meiner Sicht ist es nicht das ganz allein. Besonders der Spieltrieb und einfach die Freude am Radfahren scheint es für Kinder leicht zu machen sich auszuprobieren. Ich habe nicht selten erlebt, dass bei einem Rennen Hindernisse drin waren, die für die Kids nicht einfach zu bewältigen waren und ihnen eine ordentliche Portion Respekt eingeflößt haben. Dennoch haben es immer alle runter ins Ziel geschafft. Manchmal mit Hilfe im Training durch liebe Worte oder Vorfahren von den Eltern oder Freunden, manchmal aber auch weil der Ehrgeiz und die Bereitschaft da waren.
Solche Szenen mitzuerleben und wenige Jahre später den kleinen Bergabsportler in der U17 zu beobachten wie er die ProLine springt, ist unglaublich schön. So sehr ich die Natur beim Radfahren auch Liebe, für mich persönlich ist es mittlerweile das Schönste kleine Shredder durch die Trails heizen zu sehen, am besten noch gefolgt von den stolzen Eltern und zu wissen: „die haben Spaß“.

Photo by Christian Donner

Was kann man nun auch solchen Beobachtungen für einen selber mitnehmen? Aus meiner Sicht bietet das Mountainbiken jedem Erwachsenen die Möglichkeit wieder Kind zu sein. Sich schmutzig zu machen, die Natur zu erleben, Spaß zu haben und Grenzen zu testen. Sicherlich klappt nicht immer alles, aber das ist kein Grund Frust zu schieben. Die wenigstens Kids halten sich noch Tage danach mit dem Gedanken auf, dass was nicht geklappt hat. Manchmal sollte man einfach die Erwartungen an einen selbst herunterschreiben. Spaß am Biken sollte für Jung und Alt im Vordergrund stehen, denn ein schlechter Tag auf dem Bike ist immer noch besser als ein Tag ohne Bike.

Cheers
Katharina

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