Vor etwas mehr als drei Wochen bekamen wir von GIRLSRIDETOO.DE das einmalige Angebot, als Teilnehmer beim Women´s Bike Camp in Saalbach Hinterglemm dabei zu sein. Ausgeschrieben von unserer Teamchefin Jule und unter dem Motto „wer zuerst kommt, malt zuerst“ meldete ich mich relativ schnell als „Freiwillige“.  Schon viel habe ich selbst von Freundinnen gehört die dabei waren und natürlich auch immer wieder in der großen Socialmediawelt gelesen. Deswegen hatte ich recht große Lust, mal selber als Teilnehmerin dabei zu sein. Und zack, hats auch geklappt.

Hochmotiviert und voller Vorfreude macht ich mich auf den Weg nach Saalbach, welches ich erst vor zwei Wochen zum Glemmride besucht hatte. Vorab erhielt ich schon reichlich Informationen über den Ablauf des Camps, doch ließ ich das erstmal alles auf mich zugekommen.

Grundsätzlich gibt es immer wieder Stimmen, die über die Sinnhaftigkeit einer solchen Veranstaltung diskutieren. Warum ein Frauencamp? Warum überhaupt denn überhaupt ein Frauenbike? Braucht es sowas denn? usw. Meiner Meinung nach sind das die gleichen Diskussionen, die auch über E-Mountainbikes, Fatbikes, Plusreifen, 29Zoll, 26Zoll und was nicht sonst noch gehen.  Mein Motto dazu ist: „Erst ausprobieren, dann urteilen.“

Ich war schon immer gern ein Teamplayer. Egal ob im Fussball oder jetzt beim Moutainbiken. Für mich ist es ein Gemeinschaftssport. Natürlich kann man auch alleine fahren, macht aber halt weniger Spaß. Und genau um das geht es hier, Spaß. Ich habe wirklich schon lange nicht mehr so einen Spaß beim Biken gehabt oder bei anderen gesehen.

Letztendlich liegt das an der ganzen Organisation des Camps. Alles ist wirklich bis ins kleinste Detail durchgeplant, bis in die Fingerspitzen sozusagen (denn es gibt den passenden Nagellack im riesen Goodiebag) Die Liste der Aussteller ist so lang, dass man sich kaum entscheiden kann, was man zuerst testen will. Santa Cruz, LIV, Focus, Bold, FiveTen, Ziener, SQ-LAB, SRAM, Magura, Dirtlei, Alpina, BH-Bikes sind nur ein Auszug. Vom kompletten Bremssystem – bis hin zum Sport-BH – kann alles getestet werden. Für jede Einsteigerin eine wahre Erleichterung im großen Materialwald der MtB-Welt. Aber auch geübtere Fahrerinnen kommen sowohl auf der Aussteller-Area als auch bei den Fahrttechnikgruppen auf Ihre Kosten. Viele Teilnehmerinnen erhalten erst beim Vorstellungsabend einen Einblick über die Person, die sie da guided. Für jemanden wie mich, der die Guides von Rennen oder Veranstaltungen kennt, war das eher so der 100%ige Groupiefaktor. Neben meinem großen Vorbild Antje Kramer, sind auch Julia Hofmann, Steffi Teltscher, Laura Brethauer, Annika Jeschke, Jule Schwarz, Susi Huth, Tina Lang, Tina Deisenberger,  Tanja Naber nur ein paar Namen von großartigen MtB-Frauen, mit der jeder wohl gerne mal fahren möchte.

In verschiedenen Fahrtechniklevels von 1-4 eingeteilt, geht es dann über den Tag verteilt auf die Trails von Saalbach-Hinterglemm. Jeden Morgen startet unsere Tour vor dem Young Generation Resort Buchegg mit einer atemberaubenden Aussicht. Die Stimmung ist ausgelassen und motivierend. Wenn die Hälfte unserer Gruppe wüsste, wie weit sie noch über sich hinaus wachsen bis zum Ende der Camps, sie würden es nicht glauben. Und genau darum geht es. Dieses Gruppendynamikding. Klar, die hat man auch, wenn man mit Jungs unterwegs ist. Aber bei nicht jeder funktioniert das.

Auch ich merke bei meinen Girlsrides, dass Frauen meist mehr von anderen Frauen lernen können und wollen. Kein Mann bleibt gern minutenlang glucksend und schnatternd vor einem Sprung oder einen Schlüsselstelle stehen ohne zu meckern, dass er weiter will. Für einen gelungen Sprung erntet man in unserer Gruppe tobenden Applaus. Bei den Jungs reicht meist ein High-Five. 🙂

Jeden Abend trudeln alle Gruppen allmählich zum Hotel ein. Jede, mit einem fetten Grinsen im Gesicht. So soll es sein. Neben Massage- und leichten Sporteinheiten, werden auch immer wieder Fahrradtechnik- und Putzworkshops angeboten. Denn wer gutes Material fährt, der sollte sich auch damit auskennen. Bei vielen ist es aber tatsächlich noch so, dass die besser Hälfte diese Aufgabe übernimmt. Ich denke, da sollten wir Frauen uns nicht so oft hinreißen lassen und tatsächlich auch selbst wissen, wie ein Reifen gewechselt und eine Schaltung eingestellt wird.

Für das leibliche Wohl wird rund um die Uhr gesorgt. Ob Frühstück oder Abendessen, es ist für jede was dabei. Dazwischen kann man sich Obst, Riegel, Isodrinks oder allerlei weitere gesunde Snacks gönnen.

Am Samstagabend gabs als Highlight die „Special Camp Party“. An fast jedem Ausstellerstand war etwas geboten. Neben Glücksrad, Nageln und Pallettenziehen, gabs bei BH-Bikes die Challenge „Bike Balance mit dem E-Bike“. Dank der hervorragenden Fahrtechnikstunde bei Julia Hofmann, konnte ich doch tatsächlich ein Knallerwochenende in Stromberg gewinnen. Danke nochmal dafür:))

Mein Fazit vom Women´s Bike Camp in Saalbach-Hinterglemm:

Jede MTB-begeisterte-Frau oder Anfängerin ist hier in vollem Maße aufgehoben. Natürlich erscheint einem der Preis auf den ersten Blick evlt. als etwas viel Geld. Doch überlegt man sich, was man hier alles geboten bekommt, relativiert sich das Ganze um ein vielfaches. Allein die Möglichkeit soviel Material testen zu können, erspart einem viele verlorene Nerven und noch mehr Geld. Auch die Erfahrungen aus den Fahrtechnikeinheiten, kann einem mit Sicherheit niemand mehr nehmen. Von dem Gruppendynamikding reden wir erst gar nicht. Ich hätte gerne noch viel mehr geschrieben, das liegt bestimmt an den Glücksgefühlen:)

Mir war es eine Ehre und Freude dabei gewesen sein zu dürfen. Persönlich hat es mir ebenfalls viel gebracht und ich bin mit einem glückseligen Gefühl nach Hause gereist.

I <3 Women´s Bike Camp.

Danke an Antje, Tina, Julia, Jani, Birgit, Andrea, Angela, Jutta, Kerstin, Sabrina und alle die dabei waren:)

Photocredits: Manfred Stromberg, Sandra Birklbauer

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